Kobalt (Cobaltum, chem. Zeichen oder Symbol Co, Atomgewicht 59), ein metallisches Element, das verhältnismäßig selten in der Natur vorkommt. Es findet sich gediegen in dem Meteoreisen, außerdem in einigen Erzen, in denen es meist mit Schwefel und Arsen verbunden und von andern Metallen, Nickel, Eisen, Mangan, Kupfer, Wismut begleitet ist. Von diesen sind die wichtigsten der Speiskobalt (. d.) und der Kobaltglanz (s. d.). Die durchschnittliche Jahresproduktion von Kobalterzen beträgt in Sachsen 410000 kg, in Böhmen 200000, in Hessen 100000, in Norwegen 130000 kg. Zur Darstellung des reinen Metalls wird ein Porzellantiegel ganz mit oxalsaurem Kobaltoxydul gefüllt und in einem mit Kohle ausgefütterten größern Tiegel, nach dem Verstreichen aller Fugen, in einem Gebläseofen der stärksten Weißglut anhaltend ausgesetzt. Das Kobaltsalz zerfällt dabei geradeauf in Kohlensäure und Metall, von denen das letztere bei genügend hoher Hitze zu einem Regulus zusammenfließt. Das geschmolzene K. ist metallglänzend, mit einem Stich ins Rötliche, dehnbar, magnetisch, ist das festeste aller Metalle, behält an der Luft sehr lange seinen Glanz, wird von Säuren schwerer angegriffen als Eisen; sein spezifisches Gewicht 8,957. In der Technik / findet das Metall wegen seiner schwierigen Darstellung keine Verwendung, dagegen werden viele seiner Verbindungen teils in der Porzellanmalerei und Keramik überhaupt, sowie in der Emaillefabrikation, teils als Ol⸗ und Wasserfarben benutzt. In seinen Verbindungen ist das K. dem Eisen ähnlich, unterscheidet sich jedoch von diesem durch die Beständigkeit der der Oxydulreihe angehörigen Salze und durch das Sae Fantalse einfacher, dem Oxyd entspechender Salze. Fast alle Kobaltverbindungen sind charakterisiert durch schöne, intensive Farben; erhitzt man ein kobalthaltiges Material mit einem Glasfluß oder Borax, so zeigt dieser eine deutlich blaue Farbe, deren Eintritt die Anwesenheit des K. nachweist. Kobaltverbindungen sind: 1) Kobalt und Sauerstoff: a) Kobaltoxydul 00 0. Zur Darstellung geht man von dem Kobaltoxyd des Handels aus. Dieses wird in Salzsäure gelöst und die Lösung mit Schwefelwasserstoff gesättigt, um alle damit abscheidbaren Metalle zu entfernen. Das Filtrat wird unter Zusatz von chlorsaurem Kali erhitzt, um vorhandenes Eisen in Chlorid zu verwandeln, und dann mit kohlensaurem Natron übersättigt, wobei Eisenoxydhydrat, kohlensaures K., Nickel, Mangan gefällt wird. Der gewaschene Niederschlag wird mit heißer Oralsäurelösung digeriert, wodurch die fremden Oryde gelöst werden, während oxalsaures K. und Nickel ungelöst bleiben. Nach dem Abfiltrieren des Niederschlags wird das K. und Nickelsalz in Ammoniak gelöst und die Lösung der Luft ausgesetzt, wobei beim allmählich eintretenden Entweichen des Ammoniaks das oxalsaure Nickel als blaugrüner Niederschlag sich ausscheidet, während ein rotes Kobaltsalz gelöst bleibt. Dies wird zur Trockne verdampft und schwach geglüht. Das zurückbleibende Gemenge von feinverteiltem Kobaltmetall und Oxyden wird in Salzsäure gelöst und die Lösung in eine siedende Lösung von Kalihydrat eingegossen, wobei zuerst ein basisches Salz von lavendelblauer Farbe fällt, welches sich bei fortdauerndem Kochen in pfirsichblütfarbenes Kobaltoxydulhydrat Co(OLU. verwandelt. Wird letzteres bei abgehaltenem Luftzutritt schwach geglüht, so geht es in graugrünes