Lamarck (Jean Bapt. Ant. Pierre Monet de), einer der berühmtesten Naturforscher Frankreichs, geb. zu Barentin in der Picardie 1. Aug. 1744, trat 1760 in Kriegsdienste, die er aber bald mit dem Studium der Medizin und Naturwissenschaften vertauschte. Nachdem er sich längere Zeit mit Meteorologie (in dieser Hinsicht ist zu nennen sein Annuaire météorologiquev, welches er in 11 Bdn., Par. 1800—10, herausgab) beschäftigt, wendete er seine Thätigkeit der Botanik zu und ersann eine neue Methode, Pflanzen zu klassifizieren, die er die analytische nannte, die aber keinen Beifall erhielt, obgleich er sie in seiner Flore françaisen (3 Bde., Par. 1773; 2. Aufl. 1793) befolgte, welche nachmals De Candolle (6 Bde., Par. 1805—-15) ganz umarbeitete. Nachdem er zur botan. Abteilung von Panckouckes Encyclopédie méthodiques die beiden ersten Bände geliefert, wandte er sich der Zoologie zu, wurde 1792 Professor der Naturgeschichte am Jardin des Plantes und starb 18. Dez. 1829, nachdem er die letzten 17 Jahre seines Lebens infolge der Pockenkrankheit erblindet zugebracht hatte. Seine zoolog. Schriften sind als systematische Aufzählung einer Menge von zum Teil wenig bekannten Arten wertvoll; insbesondere ist sein berühmtes Werk «Histoire naturelle des animaux sans vertèbreso (7 Bde., Par. 1815—22; 2. Aufl., von Deshayes und Milne-Edwards, 11 Bde., Par. 1836—45) wichtig. Weniger Wert legten L.s Zeitgenossen auf den ppetulativen Teil dieser Schriften. Indes hat L., der als einer der wichtigsten Vorgänger Darwins zu betrachten ist, in seiner TPhilosophie zoologiquen (2 Bde., Par. 1809; neue Ausg. 1873; deutsch von Lang, Jena 1876) ein vollständiges System der Transmutationstheorie aufgestellt. Eine Erklärung für die Umwandlung fand L. in der Anpassung der Organismen an die äußern Lebensbedingungen. (S. Darwinismus.)