Lamentationen heißen die drei Abschnitte der Klagelieder Jeremiä, welche an den drei letzten Taen der Karwoche in dem ersten Nocturnus der rauermetten in den kath. Kirchen abgesungen werden. Seit dem Eintritt eines mehrstimmigen Sängerchors wurden auch diese Klaggesänge in Rom mehrstimmig ausgeführt, seit 1520 meistens nach der Komposition des Kapellmeisters Carpentrasso, bis Palestrina sie 1589 neu setzte und damit eins jener Werke schuf, welche bis auf unsere Zeit von der päpstl. Kapelle aufgeführt wurden.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei