FeedLangenbeck (Konr. Joh. Martin)
HeilkundeBrockhaus 1882

Langenbeck (Konr. Joh. Martin), berühmter Anatom und Chirurg, geb. 5. Dez. 1776 zu Horneburg im Königreich Hannover, widmete sich seit 1794 zu Jena mediz. Studien, wo er auch 1798 promovierte. Nachdem er zu seiner weitern Ausbildung längere Zeit in Wien und Würzburg gelebt, habilitierte er sich 1802 zu Göttingen, wo er auch als Wundarzt am akademischen misWorte angestellt wurde. Er begann 1803 anatom. Vorlesungen zu halten, wozu er sich ein eigenes amphitheatralisches Auditorium bauen ließ, und wurde 1804 außerord. Professor. Im folgenden Jahre übernahm er interimistisch das Direktorium der chirurg. Klinik, errichtete 1807 das klinische Institut für Chirurgie und Augenheilkunde und wurde 1814 ord. Professor der Anatomie und Chirurgie und Generalchirurg der hannöv. Armee, der er nach Belgien folgte, wo er sich bis 1815 aufhielt. Unter seiner Leitung wurde 1829 in Göttingen das neue anatom. Theater erbaut, von dem er später eine Beschreibung (Gött. 1847) herausgab. Er erhielt 1840 den Titel Obermedizinalrat und starb 24. Jan. 1851. Von seinen Schriften sind anzuführen: «üüber eine einfache und sichere Methode des Steinschnittso (Würzb. 1802), Abhandlung von den Leisten⸗ und Schenkelbrüchen» (Gött. 1821), KNosologie und Therapie der chirurgischen Krankheiten » (5 Bde., Gött. 1822—50), die ausgezeichneten Icones anatomicae (8 Bde., Gött. 1826—39) und mit Hinweisung auf dieselben das „Handbuch der Anatomie (4 Bde., Gött. 1831—47). Zur Erläuterung seines anatom. Handbuchs dienen die «Anatom.⸗ mikroskopischen Abbildungen (4 Hefte, Gött. 1848 —51). Auch gab er die „Bibliothek für Chirurgie und Ophthalmologie (4 Bde., Gött. 1806 — 13, Neue Folger, 4 Bde., Hannov. 1815—28) heraus. Marxrimilian Adolf L., ein Sohn des vorigen, geb. 11. Jan. 1818 zu Göttingen, widmete sich erst 1835—40 zu Göttingen, dann zu Paris, Wien und Berlin mediz. Studien, habilitierte sich 1843 an der Universität seiner Vaterstadt und ward 1846 zum Professor ernannt. Nachdem er 1848 sein Lehramt niedergelegt, siedelte er 1851 nach Hannover über, wo er seitdem als praktischer Arzt thätig war und 1865 in das Ober-Medizinalkollegium berufen ward. L. hat sich als Chirurg und Ophthalmolog einen geachteten Namen erworben. Unter seinen Schriften sind zu nennen: «Klinische Beiträge aus dem Gebiete der Chirurgie und Ophthalmologie v (2Bde., Gött. 1840—50), Untersuchungen über die Allantoiso (Gött. 1844), Die Impfung der Arzneimittelz (Hannov. 1856), Die Insolation des menschlichen Auges »(Hannov. 1857), «Die gewaltsame Streckung der Kniekontrakturen » (Hannov. 1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 801Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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