Langenbeck(Bernh. Rud. Konrad von), berühmter Chirurg, ein Neffe und Schüler Konrad Johann Martin L.s, geb. 9.Nov. 1810 zu Hannover, studierte in Göttingen, wo er sich, nachdem er zwei Jahre lang Studien —* in England und Frankreich sich aufgehalten hatte, 1838 als Privatdocent der Physiologie habilitierte und gleichzeitig als praktischer Chirurg thätig war. Er wurde 1842 als Professor der Chirurgie nach Kiel, 1848 an Dieffenbachs Stelle als Professor und Direktor des königl. chirurgischen Klinikums nach Berlin berufen. L. hat sich namentlich um die operative Chirurgie außerordentlich große Verdienste erworben, besonders auch die Kriegschirurgie wesentlich gefördert, wozu ihm die Teilnahme an den Kriegen gegen Dänemark, gegen Osterreich, gegen Frankreich (als preuß. Generalarzt) reiche Gelegenheit bot. Höchst bemerkenswert sind vor allem seine Leistungen auf dem Gebiete der konservativen (Resektionen) und plastischen Chirurgie, wie es überhaupt kaum einen Zweig der Chirurgie gibt, den er nicht durch neue, zum Teil höchst geniale Operationsmethoden gefördert hat. Seine sehr zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten finden sich größtenteils in Zeitschriften. Seit 1860 gibt er in Verbindung mit Billroth und Gurlt das (Archiv für klinische Chirurgiev heraus. Im J. 1882 zog er sich in den Ruhestand zurück und lebt angenberg, Stadt in der preuß. Provinz Rheinland, Acgierungsbezirt Düsseldorf, Kreis Mettmann, Station der Linie Steele-Vohwinkel der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein Realprogymnasium und ein Krankenhaus und zählt (1880) 5352 meist prot. C., welche eine Eisenbahnhauptwerkstätte, zahlreiche und bedeutende Seiden⸗ und Halbseidenstoff⸗ und Bandfabriken, Färbereien, mehrere Pappdeckelfabriken und eine Maschinenfabrik unterhalten.