Lar oder Lars, etrusk. Name, s. Aruns. Lara erscheint als der Name einer altröm. Göttin, die auch Larunda genannt und als Mutter der Laren bezeichnet wird. Nach Ovid war sie eine Nymphe, welche Juturna vor den Nachstellungen Jupiters warnte und diesen an Juno verriet. Sie wurde dafür von Jupiter der Sprache beraubt, zur Dea Muta oder Tacita (d. h. stummen oder schweigenden Göttin) gemacht und von Merkur in die Unterwelt zu den Manen gebracht. Durch Merkur soll sie die Mutter der Laren geworden sein. Laralia, Fest zu Ehren der Laren (s. d.). Laramie, neue Stadt im nordamerik. Territorium Wyoming, mit Fort Sanders, rechts vom obern Laramie River, am südöstl. Ende der Laramie Plain, 85 Km im WNW. von Cheyenne, zählte 1870 erst 828, 1880 schon 2696 E. und ist Station der Central-Pacifischen Eisenbahn. Die ausgedehnte Laramie Plain, auf der bedeutende Schafherden weiden, wird im NO. und O. von den Laramie Mountains (einer östl. Seitenkette der Rocky Mountains) begrenzt, welche letztere im S. durch den Evanpaß, den die Pacificbahn durchzieht, von der Sierra Madre getrennt werden. Der Laramie River durchbricht die Laramiekette fast in deren Mitte und mündet unterhalb Fort Laramie (1880 mit 531 E.) in den North-Platte-River. Laranda, alte Stadt in Lykaonien, jetzt Karaman (s. d.). [Sunda-Insel Floris (s. d.). Larantuca, holländ. Niederlassung auf der Larasch, Stadt in Marokko, s. Arisch. Lärche ist die wissenschaftliche Bezeichnung derjenigen Nadelhölzer, welche der Gattung Larix UC. angehören. Linné zählt die L. zu der Gattung Pinus. Die Nadeln stehen am einjährigen Stämmchen und an den Langtrieben der spätern Jahre spiralig einzeln, sind an den aus Achselknospen dieser Nadeln entstehenden Kurztrieben büschelig, weich, kurzgestielt und fallen im Herbst ab, daher die L. nur Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. sommergrüne Bäume. Die männlichen Blüten entwickeln sich aus Seitenknospen der Langtriebe, sind kugelig-eiförmig, meist hängend; die Pollensäcke öffnen sich mit Längsspalt; die weiblichen Blüten stehen aufrecht an der Spitze aufrecht gekrümmter Kurztriebe. Die Zapfen sind bis zur Reife des Samens aufrecht, nicht zerfallend; der geflügelte Samen fällt reif aus dem sich öffnenden Zapfen. Die entleerten Zapfen bleiben einige Jahre in hän96760 Stellung auf dem Baume. Die gemeine ärche (Larix europaea 0C., Larix decidua Mill., Pinus Larix L.) ist ursprünglich heimisch in den Gebirgen Mitteleuropas, wo sie als Baum erster Größe eine Höhe von 30—50 m erreicht, dabei einen geraden, nach oben abfälligen Stamm bildet. Die Rinde junger Stämme und Zweige ist glatt, ledergelb und verwandelt sich im Alter in eine außen graubraune, innen rotbraune, längsrissige Borke. Im freien Stande bilden die Aste mit abwärts hängenden Zweigen eine pyramidale Krone; im Schlusse sterben die untern Aste dieser sehr lichtbedürftigen Holzart zeitig ab; die Krone ist hoch angesetzt mit meist kurzen Asten. Die feinen Nadeln, 10—30 mm lang, stehen in Büscheln. Die männlichen Blüten sind zuerst grün, dann gelb, mit Stiel 5—10 mm lang; die weiblichen, ohne Stiel, 10 —15 mm, walzig, am Grunde aufwärts gekrümmt, anfänglich grün, dann rot; die Zapfen 2—2,5 em lang, gestielt, eiförmig; der Samen geflügelt, 3—4 mm lang, meist von geringer Keimkraft, sehr guter Samen zeigt ein Keimungsprozent von 30—40. Ihre Blütezeit ist im Frühjahr, die Samenreife im Herbst; das Ausfliegen des Samens geschieht meist erst im Frühjahr. (Hierzu Abbildung auf Tafel: Nadelhölzer.) In ihrem natürlichen Verbreitungsbezirk geht die L. etwas über die Fichte hinaus, in den Alpen der nördl. Schweiz und Bayerns steigt sie 1800—2000m, südlicher, z. B. am Montblane, bis 2200 m. Ihre untere Grenze ist in den bayr. Alpen 5 — 900 m. Künstlich angebaut findet sich die L. fast in ganz Deutschland, selbst in den nördl. Ebenen, bildet hier aber meist einen weniger schlanken, oft säbelförmig gekrümmten Schaft, namentlich wenn sie für sich allein erzogen wurde; besser gedeiht sie in Vermischung mit Fichten, Tannen. Ihr nutzbarstes Alter erreicht die L. im 80. bis 100. Jahre, man findet jedoch in den Alpen noch 300-bis 400jährige Bäume. Ihr Holz ist von großer Dauer, um so mehr, je harzreicher es ist, und wird zu Hochbau (Tirol), Schiffbau, Tischlerwaren und Eisenbahnschwellen angewendet. Im Wasser wird es steinhart und besitzt eine fast unbegrenzte Dauer, ähnlich in der Erde, ist daher vorzüglich geeignet zu Wasser⸗ und Grubenbauten u. s. w. Lärchenrinde findet bei der Gerberei Verwendung. Der sog. Venetianische Terpentin wird aus der L. gewonnen, indem man Löcher in das Holz bohrt. Das in der Pharmacie bekannte Lärchenmanna (oder Manne de Briançgon) stammt aus wärmern Ländern (Depart. Oberalpen) und ist ein Erkret der Knospen und Blätter, vielleicht auch der jungen Rinde; auch ein offizineller Pilz (Polyporus officinalis Fr.) wächst an der L. Die große Nutzbarkeit der L., ihr rasches Wachstum in der Jugend, ihre Fähigkeit, durch den reichlichen Nadelabfall bodenbessernd zu wirken, lenkte die Aufmerksamkeit der Forstleute schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. auf diesen Baum. Man glaubte in ihm fast eine Universalholzart gefunden zu haben; bittere Enttäuschungen blieben später auf ungünstigen Standorten nicht aus, weshalb die L. jetzt in Mittel⸗ und Norddeutschland weit weniger angebaut wird als früher. Die L. ist nicht ohne ihr gefährliche Feinde; der Lärchenkrebs, eine durch einen parasitischen Pilz (Peziza Willkom-⸗ mii R. Hartig) hervorgerufene Krankheit, wirkt allmählich tödlich; die Lärchenminiermotte (Coleophora laricella Hbr.) höhlt die Nadeln aus, beeinträchtigt dadurch den Wuchs; von ihr befallene L. sehen im Frühjahr wie erfroren aus. Von fremdländischen Arten sind zu nennen: L. sibirica Led., bildet ausgedehnte Wälder im nordöstl. Rußland: L. dahurica Turcz. im nordöstl. Sibirien, Kamtschatka, Daurien; beiden sagt deutsches Klima nicht recht zu. Besser dürften sich hier zwei nordamerik. Arten: L. pendula Salisb. und microcarpa Poir., zum Anbau eignen. Vgl. Bolle, Aüber Lärchenbäumes (in Monatsschrift für Gärtnerei und Pflanzenkunde , Berl. 1873).