Larisa, auch Larissa geschrieben, ein altgriech. Ortsname, ursprünglich wol „Burgo überhaupt bedeutend, mit welchem die auf steilem Felshügel gelegene Akropolis der Stadt Argos und mehrere Städte benannt wurden. Die bedeutendste derselben war L. in der großen, fruchtbaren Ebene des mittlern Thessalien, am Peneios (jetzt Salamvria), der Hauptort des Bezirks Pelasgiotis, aber wegen ihrer großen Volkszahl, ihres Reichtums und als Residenz des mächtigsten unter den thessal. Dynastengeschlechtern, der Aleuaden, als Hauptstadt von ganz Thessalien betrachtet. Seit 1881 ist L. Hauptstadt der griech. Nomarchie Larissa (6420 qEm mit 145 706 E.), nachdem es bis dahin unter dem Namen Jeni-scheher türkisch gewesen war. Die Stadt zählt (1881) 13169 C., ist durch eine 4. Mai 1884 eröffnete Eisenbahn mit Volo verbunden, hat mehrere Fabriken, bedeutenden Handel, Acker⸗ und Gartenbau, und ist Sitz eines griech. Erzbischofs, dessen Residenz mit der Hauptkirche (Metropolis), am nördl. Ende der Stadt gerade über dem Flusse Peneios gelegen, die Stelle der alten Akropolis einnimmt. Ein zweites L. 50 im südlichsten Teile Thessaliens (dem Bezirk Püthiotis) auf dem Gipfel und am Abhange eines steilen Hügels oberhalb des jetzigen Städtchens Gardiki; es trug nach seiner Lage den Beinamen Kremaste und war als Festung wie durch seinen Weinbau nicht ohne Bedeutung. Von den andern gleichnamigen Ortschaften verdient nur noch die Stadt L. im nördl. Kleinasien, unweit Kyme in Äolien, wegen ihres alten pelasgischen Ursprungs Erwähnung.