Lech (Licus, Licca, Lecha), einer der größern südl. Zuflüsse der Donau, der an der Rotwand in Vorarlberg 1865 m über dem Meere aus dem Formarinsee entspringt, unweit Warth in das Land Tirol, oberhalb Füssen (Fauces alpium, Faucena) in bayr. Gebiet eintritt und hierauf lange Strecken, an Schongau, Landsberg, Augsburg vorüber, die Grenze zwischen den bayr. Regierungsbezirken Oberbayern und Schwaben und eine scharfe Markscheide zwischen altbayr. und schwäb. Tracht, Sitte und Sprache bildet. Etwa 5 km nördlich vom Städtchen Rain, bei welchem am 15. April 1632 die Schweden unter Gustav Adolf gegen die von Tilly geführten kaiserl. Scharen kämpften, nahe dem alten Kloster Niederschönenfeld (jetzt Strafanstalt für jugendliche Verbrecher) und gegenüber der Burgruine Lechsend,‚, 405m über dem Meere, geht der L. in die Donau. Sein gesamtes Flußgebiet umfaßt 6600 qkm, die Länge seines Laufs 285 Km. Von seinen Zuflüssen, zu welchen die Abwässer des Weißensees, Hopfensees, Plansees, Heiterwangersees, Alpsees, Schwansees und Bannwaldsees, sowie der Halblech, die Illach und Vils gehören, ist der bedeutendste die oberhalb Kempten aus den Abhängen der Allgäuer Alpen entspringende und nach 135 Km langem Laufe nahe bei Augsburg mündende Wertach (Virdo, Wertaha). Ein echtes Bergwasser, kalt, hart, unstät und reißend, zieht der L. von ö seinem Ursprung zunächst nordostwärts, dann aber in scharf ausgeprägter nördl. Richtung wechselnd durch romantische Schluchten und öde Kalkalpenthäler, bahnt sich zwischen Reutte und Füssen in schäumendem Sturze den Weg durch enge Felsenschluchten (St. Mangtritt) und wahrt auch in der Ebene, bald Bach, bald Strom, den Charakter eines Alpenflusses, der bei einem mittlern Gefälle von 1:400 und einer Breite von 3 bis zu 650 m (an der Wertachmündung) gewaltige Kiesbänke an seinen Ufern und Inseln absetzt und bei den häufigen überschwemmungen undurchlässigen Almboden hinterläßt, auf dem ergiebige Torfkrume sich bildet. Schiffahrt ist unmöglich, Floßfahrt beschwerlich. Lech, synonym mit Stein, Matte, hüttenmännischer Ausdruck für Schwefelverbindungen, die bei der Verschmelzung geschwefelter Erze entstehen, z. B. Kupferlech für Kupferstein, Bleilech für Bleistein etc.