
Affenbrotbaum (Adansonia digitata, Baobab, Dima), wächst von Sennar ab bis zum Ngamisee, vom Indischen Ozean bis zum Atlantischen, „Kolossalen, barocken, meist kegelförmigen Stammes, mit oft Jählings sich nach ihrer Spitze hin verjüngenden Ästen, mit dünneren, sparrig daran hervorspriessenden, vielfach sich teilenden sekundären Zweigen, mit glänzender, leicht abblätternder, rotbrauner, ins Violette spielender Rinde, und mit hochgrünem Splint versehen, bildet jeder dieser Pflanzenriesen eine Parzelle Waldes im Walde. Eine Wucht gefingerten, inder Tracht ungefähr an das unserer Rosskastanien erinnernden, übrigens ganzrandigen Laubes überdacht den Stamm. Grosse, wunderliche,. halb aromatisch, halb widerlich riechende weisse Blüten hängen daraus an langen Stielen hernieder. Die länglichrunden Früchte werden in Abessinien und Sennar kaum einen Fuss lang, erreichen dagegen westlich, z. B. in Loango, oft mehrere Fuss ($rösse. Unter der harten, mit wolligem Flaum bedeckten Schale liegen, in weissliches, zerreibliches Mark eingebettet, vielenierenförmige Samen. Von seiner eigenen Schwere niedergestreckt, grünt ein am Boden liegender Stamm lustig weiter. Dieser selbst ist häufig hohl und kann mehrere Menschen, ein Rudel Ziegen und derel. in sich bergen. Der Baum gewährt überhaupt in Afrika vielen Nutzen. Der zühe Bast dient zu Flechtwerk, das junge Laub als Gemüse. Das Fruchtmark giebt, in Wasser gequetscht, ein säuerliches erfrischendes Getränk ab. Der Samen vertritt bessere Kaffeesurrogate. Die getrocknete Schale dient statt der Kürbisflaschen, zwischen den Astbasen sammelt sich von atmosphärischen Niederschlägen herrührendes Wasser“ (Hartmann).