Affenbrotbaum (Adansonia L.), nach Michel Adanson (s. d.) benannte Pflanzengattung aus der Familie der Malvaceen, Abteilung der Bombaceen, Bäume mit fingerförmig⸗, drei⸗ bis neunzähligen Blättern mit ganzrandigen Blättchen und einzeln aus den Blattachseln herabhängenden großen, weißen Blüten vom allgemeinen Aussehen derjenigen unserer Malven oder Stockrosen. Ihr Kelch ist tief fünfspaltig, die fünf am Rande etwas welligen Kronblätter sind kurz und breit genagelt, die sehr zahlreichen Staubgefäße bilden eine lange, den größten Teil des Pistills einschließende Röhre und sind erst in 0 obern, in einen zierlichen Kranz gestellten Teilen frei. Der fünf⸗ bis zehnfächerige, in jedem Fache zahlreiche Samenknospen bergende riffel mit sehr kleiner Narbe. Die längliche Frucht umschließt in der nicht aufspringenden, holzigen Schale ein mehliges, markiges Fleisch mit zahlreichen nierenförmigen Samen. Man kennt nur zwei Arten, von denen die eine, der gemeine A. (A. digitata I.; in Westafrika Baobab, in Ostafrika Mbuju, im Sudan Tabaldie genannt), im tropischen Afrika weit verbreitet ist und in West⸗ und Ostindien kultiviert wird. Sie erreicht nur eine Höhe von 10—22 m, aber einen Stammumfang von 47 m, und ihre mit den Spitzen gewöhnlich bis auf den Boden reichenden Aste bilden eine mächtige ie langgestielten Blätter besitzen fünf bis sieben Blättchen, die Blütenstiele erreichen fast Meterlänge, die Blüten selbst einen Durchmesser von 16 cem. Die einer dickbauchigen Gurke oder Melone ähnlichen graubraunen, außen filzigen Früchte werden 30 em und mehr lang. Der den größten Teil des Jahres hindurch kahl stehende Baum erreicht ein sehr hohes Alter, das man wegen der undeutlich ausgebildeten Jahresringe allein aus dem Dickenzuwachs berechnet hat. Adanson fand an einem 94 m im Durchmesser haltenden Stamme von Portugiesen herrührende Inschriften aus dem 14. und 15. Jahrh. und schätzt nach der Dicke der dieselben deckenden UÜberwa inecporenen das Alter auf 5150 Jahre. Für die Eingeborenen ist der Baum von großem Nutzen: der meist hohle Stamm dient zu Wohnungen und als Begräbnisplatz für I fcalih die Blätter werden pulverisiert als Lalo täglich unter die Speisen gemischt und ein Aufguß derselben arzneilich angewendet; das säuerliche Fruchtfleisch liefert ein kühlendes Getränk, Schale und Samen werden gegen Paln und die Asche der ltton beumn zusammen mit Palmöl zur Seifenfabrikation benutzt. Die Fasern der Rinde des Stammes dienen zur Anfertigung von Geweben (namentlich Stricken) von bedeutender Festigkeit, die Rinde selbst als fieberwidriges Mittel. — Eine zweite Art ist die in Nordaustralien heimische, aber in allen Teilen kleinere A. Gregorii F. Muell., deren Fruchtfleisch ebenfalls zu kühlenden Getränken verwendet wird.