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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885
Algier

Algier, 1) eine der drei Provinzen Algeriens, zwischen der Provinz Constantine im Norden und der Provinz Oran im Westen. Sie wird im Norden auf einer Strecke von 333 km vom Mittelmeer bespült; ihren südlichen Abschluss bildet die Oase der Beni M’sab. Gleich den anderen Teilen Algeriens zeigt sie drei der Meeresküste parallele Zonen: a) das Tell oder die fruchtbare Kultur-Region (etwa 3500000 ha); b) das ännühernd gleich grosse Gebiet der Hochebenen; c) das Sahara-Gebiet. — Eine der Küste in einer Entfernung von höchsten 50 km parallel streichende Gebirgskette durchzieht die Provinz in ihrer ganzen Länge; im Westen schneidet sie durch den Kabylendistrikt Dahra; im Zentrum umschliesst sie die Thäler der Metidjah in der Nähe von Algier; im Osten bildet sie die Schneeberge des Djerdjera nördlich vom Flusse Sahel und jenseits desselben steigen sie zu dem Aumale beherrschenden Bergstock von Dira auf. Eine zweite Kette von beträchtlicher Höhe beherrscht im Süden das grosse Thal des Scheliff. — Ausser dem Scheliff hat die Provinz folgende kleinere Flüsse: den Mazafran, Harrach, den östlichen Isser, den Sebau (Fluss der grossen Kabylie) und den von Aumale nach Bougie fliessenden Jahel. Die Provinz A. umfasste bei der 1872er Zählung 3 Arrondissements: Aleier, Miliana und Tizi-Ouzou mit 59 Gemeinwesen u. einer Bevölkerung von 872951 Seelen (davon 56000 Franzosen, 11 000 naturalisierte Israeliten, 42000 Fremde und 756000 und Aumale. Lachuat, in der algerischen Sahara, gehört politisch zur Provinz A., hat aber seine eigene eingeborene Verwaltung. — 2) Die Hauptstadt der französ. Besitzung Algerien und die grösste Handelsstadt derselben, am Mittelmeer, an der westlichen Küste eines geräumigen Hafens gelegen (800 km von Marseille); Festung, durch eine zwanzi& Fuss hohe Mauer mit Gra- ‘ben, mehrere Forts und Kastelle gedeckt und von den Franzosen sehr verstärkt, Schiffswerfte und Arsenal; Muselmänner); 1881 zählte sie: 1251672 Einwohner. Die berberische Bevölkerung der Provinz zerfällt indie beiden Haupteruppen: jene des Dahra im Westen und jene des Djerdjera (die grosse Kabylie) im Osten. Die letztere ist die bei weitem zahlreichere. — Die wichtigsten Städte und Ortschaften der Provinz sind der Küste: Tenes, Scherschell, Koleah, Algier und Dellys; im Innern: Orleansville, Miliana, Medeah, Blida, Bufarik atz (Dschama Dschedid) in Algier. zahlreiche Moscheen, katholische Kirchen (auch eine protestantische und eine Synagoge), Kloster, öffentliche Brunnen und Bäder, Theater ete.; vor den beiden Thoren der Stadt liegen zahlreiche Villen reicher Einwohner und Kaufleute. A. bildet eine Art von Dreieck, das sich an dem gleich vom Ufer aus ansteigenden Berg erhebt und dessen Spitze das mit Mauern und Türmen befestigte Residenz-Schloss des ehemaligen Dey v. A. (die Kasbah) ist. — A.s Bevölkerung betrug 1866: 59145 Seelen (davon 21 000, Franzosen, 19 800 Fremde. 11200 Muselmänner, ca. 7000 Juden); nach1870/71 sind diverse Vororte von A. abgeteilt worden (Mustafa, EI-Biar, Saint-Eugene und Busarea), so dass seine Bevölkerung jetzt (nach Vivien) nur 48998 (davon 16162 Franzosen, 15280 Fremde, 10509 Muselmänner und 6947 Juden) beträgt. — A. ist mit Oran durch Bahn verbunden und steht mit Marseille durch ein 500

Algier: Die „grosse Moschee“ (Dschama Kebir) in Algier.
Algier: Die „grosse Moschee“ (Dschama Kebir) in Algier.
Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 127Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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