Antinori, Orazio, Marchese, italien, Ormnitholog und Reisender, zu Perugia am 28. Okt. 1811 geboren, wendete sich, nachdem er seit 1854 Syrien und Kleinasien, teilweise in Begleitung der Fürstin Belgiojoso, durchreist und durchforscht hatte, 185) nach Chartum. Von hier aus durchforschte er das Nilgebiet, zog nach Sennar und zwischen dem Blauen Nil und seinen rechten Nebenflüssen Dender und Rahad hin, dann durch die Gebiete von Gedaref und Galabat östlich bis in die abessinischen Gebirge, von hier im westlichen Bogen über Rosseires an den Blauen Nil und nach Chartum zurück; 1860 war er mit Guillaume Lejean (s. d.) in Kordofan, dessen nördliche Wüstenumgebung er bereiste, wanderte dann mit Carlo Piaggia (s. d.) bis zum Bachr el Ghasal und drang durch weite Sumpfgegenden bis in das Land der Djur vor. Während Piaggia, von Ghattas (s. d.) unterstützt, als erster Europäer bis in das Gebiet der Niam-Niam vordrang, kehrte A. nach Italien zurück. Nachdem er der Einweihung des Suez-Kanals beigewohnt, besuchte er im Verein mit Odoardo Beccari die Bogosländer im Norden Abessiniens, kam bis Keren und Kassala, ging wiederum nach Europa und unternahm 1876, in Begleitung von Cecchi, Chiarini und Martini (s. diese), von dem Hafen Zeila (unterhalb der Bab-el-Mandeb-Strasse, ziemlich gegenüber von Aden) die Expedition nach Schoa, in der Absicht, durch Abessinien in südwestlicher Richtung zum obern Nil und nachden äquatorialen Seeen zudringen, hatte aber mit vielem Missgeschick zu kämpfen. Während Cecchi mit Chiarini (s. d.) südwärts bis nach dem Grheraland weiter drang, blieb A. beim König Menilek in Schoa, und sandte Martini mit Sammlungen und dem Auftrage, neue Geldmittel zu holen, nach Italien zurück. Er gründete zu Let-Marefia in Schoa eine geographische Station, welche noch jetzt besteht, starb aber daselbst 29. Okt. 1082.