Asab (Assab), geräumige, von Eilanden bedeckte Bucht des Roten Meeres an der Afar- oder Danakilküste (Ostafrika), ca. 55—60 km nordwestlich der Strasse Bab-el-Mandeb. Sie befindet sich in italienischem Besitz. Im Altertum lac hier die grosse Stadt Sabae. — A. ist als Hafenplatz günstiger gelegen, als Obok und Tadjurra, da die Bai von A. gross und geräumig und ziemlich vor Winden geschützt ist, während Obok und Tadjurra offene Rheden bilden. Indessen leidet A., wie alle Plätze in den Gegenden hier, an dem Mangel guten und reichlichen Trinkwassers. Vergl. Margabelah. — Die Erwerbung A.s von seiten Italiens datiert nicht erst seit 1884, sondern schon aus dem Jahre 1869, wo der italien. Reisende G. Sapeto für die Iihedereigesellschaft Rubattino &Comp. in Genua A, von den Danakilstimmen für 10000 Maria-Theresia-Thaler erwarb; die Gesellschaft zahlte 1869 die erste Hälfte, die zweite Hälfte wurde bei der Übernahme der Rubattino’schen Rechte durch die italien. Regierung von dieser an die Danakilstämme entrichtet. — Die Ausfuhr A.s nach Abessinien ist unbedeutend, da die Karawanenstrassen nicht von dort, sondern von Tadjurra und Zeila aus ihren Ausgang nehmen; ausser etwas Fellen, Perlmutter, Butter und Manchesterwaren bilden Waffen und Munition den Hauptimport-Artikel, während nur kostbare Artikel, wie Elfenbein, Zibeth und Straussfedern die durch den Kameltransport unverhältnismässig teure Ausfuhr . vertragen. — Das Areal- der Italien. Kolonie an der A.-Bai berechnet Prof. Cora auf 6382 qkın, wovon 519 auf das Festland, 53 auf die Inseln (Haleb, Giabel-Ali ete.) entfallen.