FeedDanäkil
TierreichBrockhaus 1882

Danäkil oder Dankali (ersteres die arab. Plural⸗, dies die Singularform) ist der gemeinsame Name der Iu Den ab Nomaden⸗ und Fischerstämme, welche den abessin. Küstenstrich Samhara am Ostrande Afrikas, von der Halbinsel Buri 155 nördl. Br. (im SO. von Massaua und im SW. des Dahlak-Archipels) südwärts über die Straße von Bab-el-Mandeb hinaus bis zum Hintergrund des Golfs von Tadschurra (11½ nördl. Br.) an der Grenze der Somäli, bewohnen. In frühern Zeiten waren sie vereinigt und bildeten ein Königreich D., welches in den mohammed.abessin. Kriegen eine bedeutende Rolle spielte; jetzt aber sind sie getrennt, voneinander unabhängig und haben ihre eigenen Häuptlinge in jedem Stamm. Sie bekennen sich fanatisch zum Islam, obgleich sich Moscheen bei ihnen ni sinden, da sie zu arm sind, um deren zu bauen. Einige Stämme treiben Juseln 0 und haben zu diesem Zwecke die Dahlak-Inseln (s. d.) im Roten Meere in Besitz. Die Bewohner des Festlandes beschäftigen sich außerdem noch mit dem Führen der Karawanen. Die D. nennen sich selbst Afar und wollen von Arabern abstammen, welche im 7. Jahrh. n. Chr. aus Jemen herüberkamen. Sie Gala eine eigentümliche amitische, mit dem Galla Saho und mit dem diom der Somäli nahe verwandte Sprache, welche in verschiedenen Dialekten über Bab-el-Mandeb hinaus bis Zeila verbreitet und durch Vokabularien von Salt (Voyage to Abyssinia 1814) und Isenberg (Lond. 1840) etwas bekannt geworden sind. In neuester Zeit hat L. Reinisch ein umfassendes Material für Grammatik und Lexikon des Dankali gesammelt. Die D. teilen sich in zwei große Hauptstämme: die Adahian-mara mit den Käbylen (Stämmen) Domhoido, Dahimela und Modeido; die Asahian-mara mit den Kabylen Debenek-Wuema, zu denen die Adail (f. Adäl) gehören, und Hadarem. Aber auch diese Kabylen zerfallen wieder in kleinere Stämme, sodaß man im ganzen gegen 40 Stämme zählt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 837Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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