Behaim, Martin, der bekannte deutsche Kosmograph und Schifffahrer des Mittelalters, geboren 1459 zu Nürnberg, gest. 1506 in einem Spitale Lissabons, trieb frühzeitig astronomische und mathematische Studien, bildete sich 1477—79 zu Mecheln und Antwerpen als Kaufmann und gewann hier Interesse an den grossen See-Unternehmungen der Portugiesen: Er ging nach Lissabon; fand am Hofe Johanns II. gute Aufnahme, wurde hier mit Columbus "bekannt (dessen Ansicht über die Westfahrt nach Indien er teilte), trat 1483 in die Kommission, welche vom Könige für die Herstellung eines für die Schiffahrt brauchbaren Astrolabiums gebildet worden, und wurde 1484 der Entdeckungsfahrt des Diego Coäo (s. d.) nach der Südspitze Afrikas als Kosmograph beigegeben. 1486 ging er nach der Azoreninsel Fayal und heiratete die Tochter des Gouverneurs der dort errichteten holländischen Niederlassung Jobst v. Hurter. 1402 war er zeitweise in Nürnberg. Er liess dort den noch jetzt vorhandenen, von ihm entworfenen Erdelobus mit handschriftlichen Notizen zurück, der noch heute als ein wichtiger Anhaltspunkt für die Geschichte der Geographie gilt. Einer seiner berühmtesten Schüler ist Bartolomeu Dias, der Entdecker der Südspitze Afrikas. — Dein Leben hat Ghillany (Nürnb. 1853) beschrieben ;über seinen Globusschrieb Murr (Gotha 1801, französ. von Jansen 1802).