Dias, Bartolommeu, berühmter portugiesischer Seefahrer, aus der Provinz Algarve stammend, ist der erste Umschiffer der Südspitze Afrikas. Er wurde von König Johann II. von Portugal, nachdem er an dessen Hofe, zum Teil unter Leitung des deutschen Ritters Behaim (s. d.), eine treffliche seemännische Bildung erhalten hatte, 1486 mit einem kleinen Geschwader ausgesendet, das Land des sagenhaften (afrikanischen) Erzpriesters Johannes, welches der König nach erhaltenen Nachrichten in Ostafrika gelegen glaubte, aufzusuchen. D. ging bei Sierra Parda, 890 km jenseits der damals bekannten Grenze, zum erstenmal ans Land, nahm dieses durch Aufstellen eines Wappenpfeilers für Portugal in Besitz, wurde dann mehrere Tage lang vom Sturm südwärts getrieben, und kehrte, als er an der Kälte des Wassers merkte, dass er die Südspitze bereits hinter sich habe, nordwärts, gelangte bis zur heutigen Algoa-Bai an der Ostküste Afrikas, die er Angra dos vaqueiros („Kuhhirtenbai“) nannte, wel er an der Küste viele Herden und Hirten bemerkte, dann, weiter gegen O. segelnd, zu einem Eiland, das er „El pennol de la Cruz“ (oder Santa Cruz) taufte und ebenfalls durch Aufstellen eines Wappenpfeilers für Portugal in Besitz nahm, zuletzt bisan die Mündung des heutigen „Buschmännerflusses* (von ihm Rio del Infante genannt). Durch eine unter seiner Mannschatt, die auf dem unbekannten Meere hungerszu sterben fürchtete,ausgebrochene Meuterei am weiteren Vordringen gehindert, kehrte er um, entdeckte erst jetzt (1487) das Kap und langte, nachdem er noch die benachbarten Buchten untersucht hatte, im Dezember 1487 wieder in Lissabon an. Wegen der schrecklichen Stürme, welche D. bei der Umsegelung des Kap ausgestanden hatte, nannte er es „Üabo tormentoso “ („stürmisches Vorgebirge“); König Johann aber, welcher nach D.’s Mitteilungen nicht zweifelte, dass der Weg nach Indien gefunden sei, gab ihm den Namen „Cabo de buena esperanza* („Kap der guten Hoffnung“). Trotz der erzielten Erfolge wurde er bei der neuen Entdeckungsfahrt (1497) Vasco da Gama (s. d.) untergeordnet, und als dieser ihn bei dem Vorgebirge Mina nach Portugal zurücksendete, schloss D. sich Cabrals (s. d.) Entdeckungsfahrt nach Amerika an, die am 9. März 1500 von Lissabon auslief und am 24. April an die Küste des heutigen Brasilien verschlagen wurde. Auf der nun von (abralnach OÖstindien gerichteten Fahrt fand D. am 29. Mai 1500 mit vier Schiffen der Flotte in der Nähe des von ihm entdeckten „Cabo tormentoso* den Tod im Wellengrab.