Benu& (Binue), grosser Strom des östlichen Sudan, entspringt im äquatorialen Afrika (neun Tagereisen südöstlich von Gurua in den Gamderebergen; nach den von Rob. Flegel, dessen Forschungsdomäne der B. ist, eingezogenen Erkundigungen), durchfliesst in allgemein westlicher Richtung Adamana, ca. 3!/,° südl. vom 'Tschad-See, und mündet oberhalb von Igbegbe unter etwa 7° 46° nördl. Br, und 4% 24° 15‘ östl. L. links in den Niger. Der B. führt als eine bequeme, von der Nigermündung aus leicht erreichbare Wasserstrasse tief ins Innere des Kontinents, in noch. so gut wie unerforschte Gegenden. Er wurde am 18. Juni 1851 von Heinrich Barth auf dessen Reise nach Adamaua an der Stelle aufgefunden, wo unter 15 östl. L. v. Gr. von Süden her der Faro in ihn mündet. „Die Thatsache, dass dieser fälschlich als Tschadda bezeichnete grosse, nach Westen strömende Fluss schifibar war, veranlasste sofort die Aussendung einer Expedition von England aus unter der Leitung Baikies, der 1854 in dem Dampfer Plejade bis nach Adamaua. auf dem Niger vordrang und, obgleich er ein tieferes Eindringen infolge äusserer Umstände aufgeben musste, einen für Dampfer fahrbaren Weg von 1100: km Länge nachwies..... Wiewohl dann mehrfach, so namentlich von Rohlfs, der auf seiner Reise quer durch Afrika 1867 auch den B. aufwärts verfolgt hatte, auf denselben als schiflbare Strasse nach Innerafrika hingewiesen worden war, so wurde doch, abgesehen von den jährlichen Missions- und Handelsfahrten der Engländer, und von der Reise des Grafen Semelle, der den B, bis Okeri untersuchte und aufnahm, erst 1879 ein ernstlicher und fruchtbringender neuer Versuch mit dem der englischen Kirchenmissionsgesellschaft gehörigen Dampfer Henry Venn gemacht. Unter Führung des Missionärs Asheroft und unter Begleitung von Robert Flegel, welchem die neue Aufnahme des B. zu verdanken ist, fuhr der Henry Venn am 8. Juli von Lukodja (an der Mündung des B. in den Niger) ab, erreichte Dulti und Djen, die äussersten 1854 von Baikie besuchten Orte (11° 30° östl. L. v. Gr.) und kam noch 230 km darüber hinaus nach Osten bis Ribago (13° 30° östl. L. v. Gr.). Jenseits des fernsten, von Baikie erreichten Ortes fand die Expedition am rechten Ufer und mit diesem parallel laufend das von einem wilden kannibalischen Stammebewohnte Muri- oder Hossere Habe-Gebirge. Unter 11° 48° macht der B. eine Krümmung nach Südost und zeigt eine so starke Strömung, dass der Dampfer nur langsam vordringen konnte. Die Ortschaften der Bassama, bei denen ‘man Schafe, Ziesen, Hornvieh und auch Pferde sah, machten „einen überraschend grossartigen Eindruck *;überall war das Land gut angebaut und stark bevölkert. Am 28. August wurde Jola erreicht und am 3. Sept. passierte der „Henry Venn“ den Einfluss des Faro in den B. und hatte somit die Stelle erreicht, wo 1851 Barth den Fluss entdeckt hatte. Oberhalb des Zusammenflusses verengert sich der B. auf den vierten Teil seiner frühern Breite und nimmt bedeutend an Tiefe ab, so dass er durchschnittlieh nur noch 4—5 Faden Tiefe hat. Am 4. Septbr. erreichte der Henry Venn bei Gunua (13% 26‘ östl. L.) den fernsten Punkt; nur die Dampfbarkasse drang noch bis Kibago (13° 30° östl. L.) weiter vor und traf hier auf die erste Bornu-Niederlassung‘*; vergl. Flegel.