Cambay, ind. Kambaja (Khambat), verkommener Hauptort des ½„ kleinen mohammed. Vasallenstaats in der nördl. Abteilung der indo-brit. Präsidentschaft Bombay mit 906 qkm und (1872) 83 494 E., ist von einer aus Backsteinen aufgeführten, mit Schießscharten und Festungstürmen versehenen Ringmauer umgeben, liegt an der Mündung der Herha und enthält außer dem geräumigen und wohler altenen, aber in schlechtem Stil erbautem Residenzpalast des Nabob und der Jumna Mosseid genannten Hauptmoschee keine bemerkenswerten Gebäude. C., ein sehr alter, früher viel besuchter Hafen⸗ und Handelsort, war zugleich auch wegen seiner Baumwollwebereien, seiner Manufakturen von Seide, Gold⸗ und Silberbrokat, sowie Durt Schleifereien von Karneolen, Achaten und nyxen berühmt. Nur die Steinschleifereien haben sich bis in die Gegenwart erhalten. Hauptes 9 des Verfalls von C. ist die Versandung seines Hafens, in welchem 1751 Tieffenthaler noch ßt, sind unter K aufzusuchen. 70 große Handelsschiffe * sah. Nach der Errichtung des mohammed. Reichs Guzerate, gegen Ende des 14. Jahrh., wurde C. die Hauptstadt der Iahch. seint Distrikte, erreichte zu Anfang des 16. Rade seine höchste Blüte, kam aber später, in der ten Hälfte des 18. Jahrh., unter die den rin —4 schaft der Maharatten und 1818 durch den Friedensschluß von Bassein an die Engländer. Die Bevölterung der Stadt C. beläuft sich nur noch auf 33 709 Seelen. Cambecg (Bictor Ludw. Eduard von), namentlich bekannt als Dichter des Liedes „Die Lieb ist eine Blume, im Paradies erblühto, wurde in Dorpat 1833 geboren, studierte in Kasan orient. Sprachen, starb aber daselbst bereits 1854. Sein Poeti1— Nachlaßo (Dessau 1854) wurde von seinem ter Louis von C., Professor des röm. Rechts in 4641 herausgegeben. — Paris um 1628, gest. 1677 in London. Er ist er älteste franz. Opernkomponist; seine von Perrin edichtete La Pastoraler entstand 1659, Ariannen olgte 1661. Als Perrin 1669 ein Privilegium zur Errichtung eines Operntheaters (Académie royale de musique) in Paris erhielt, wurde C. nicht nur sein Komponist, sondern auch sein Kompagnon, und 1671 machten sie mit der Oper Pomonev den weite 2 Das schon in Vorbereitung befindliche zweite Werk kam aber nicht heraus weil Lully bereits 1672 das Privilegium an sich riß. Mit Lully begann eine unerwartet glänzende Periode dieses Theaters, und C.s Verdienste wurden vergessen. * London fand der gekränkte Mann zuerst eine bescheidene Wirksamkeit als Musikmeister (bandmaster) beim Militär, wurde aber bald ketenz der Leiter der nach franz. Muster eingerichteten Instrumentalkapelle Karls II.