
Freetown (oder Saint - George), Hauptstadt der engl. Kolonie Sierra-Leone, in der Bai von Sierra-Leone, deren Einfahrt durch einen Leuchtturm gekennzeichnet ist; die Stadt ist auf einem Hügel gebaut und zieht sich am Ufer: der Bai, neben der ‚Mündung eines kleinen, durch die Vereinigung des Waterloo-, Rokelle- und Port-Loko-Baches entstehenden Küstenflusses, entlang. F. hat schöne Strassen und vornehme Häuser, eine Kathedrale und ein Hospital; es wird von dem Regierungspalast und der Kaserne, die auf einem 120 m hohen Hügel erbaut sind, beherrscht. F. ist seit langer Zeit der Sitz englischer Missionäre, die hier das „Wesleyan Mission House“ und die „Furah Bay Grammar School“ errichtet haben. Die Stadt bedeckt mit der Vorstadt Kissy-Street ungefähr einen Flächenraum von 1500 ha und zählt etwa 30 000 Einwohner, meist Aku- und Mandingo-Neger. Sie ist nach Fleuriot de Langle’s Schilderungen eine der ungesundesten Städte an der ganzen Westküste, die Sterblichkeit ist ungeheuer gross. F. soll, wie Marche behauptet, in seiner Bevölkerungszahl, wie auch in seiner kommerziellen Bedeutung in den letzten Jahren sehr zurückgegangen sein.