FeedFreetown (auch Saint-George)
ErdkundeBrockhaus 1882

Freetown (auch Saint-George), Hauptort der brit. Kolonie Sierra Leone an der Westküste des nördl. Afrika, unter 8 30 nördl. Br., an der Nordküste der Halbinsel Sierra Leone, an einer Bai, welche ehedem Franzosenbai hieß, lehnt sich an einen Hügel und zieht sich längs des River Sierra Leone genannten Astuars des Flusses Rokelle hin. Die Stadt hat ein Hospital, eine Kathedrale, ein Gouverneurshaus und auf einem 120 m hohen Hügel Kasernen. Am Meere erhebt sich ein Leuchtturm. Zur Stadt, mit etwa 30000 E., gehören 1500 ha Boden; sie, wie die Vorstadt Kissy-Street, wird hauptsächlich von Akus und Mandingos bewohnt. Da die Lage im höchsten Grade ungesund ist, so ist die Sterblichkeit sehr groß. Furchtbare Regen durchfeuchten hier an der Grenze der Kalmen gegen die Passate den Boden neun Monate lang im Jahre. Bevölkerung und Handel haben neuerlich sehr ab-Iange Ans und es ist eine tote Stadt. Sie ist seit ange Ausgangspunkt für das engl.⸗afrik. Missionswerk. Das Wesleyanische Missionshaus und die Mirabbai-Grammar School, von der Church-Nission-Society zu London geleitet, sind dadurch wichtig, daß sie Eingeborene zu Missionaren ausbilden. Grammatiken und Wörterbücher fr mehrere Sprachen Westafrikas anfertigen und Teile der Bibel in diese Sprachen übersetzen lassen. Eree trade (engl.), s. Freihandel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 256Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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