Griquas (Baastards), Volksstamm im südl. Afrika, aus Kreuzung zwischen holländischen Boers mit ihren hottentottischen Leibeigenen hervorgegangen. Die G. waren schon zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts ziemlich zahlreich und als besonderer Stamm auf den Hochebenen und Bergen desRoggevelds, 2—3)0km nordöstlich vom Kap, angesiedelt. Die Ankunft der englischen Kolonisten drängte sie 1815 über den Oranjefluss, wo sich ein Stamm auf dem jetzigen Boden. von Griqualand-West ansiedelte, während die andere, auf dem rechten Ufer des Flusses hinaufziehend, sich in den jetzigen Grafschaften Fauresmith und Smithfield (Oranjefluss-Freistaat) festsetzten, Diese letzteren oder „östlichen Griquas“ zogen 1852, infolge ihrer Bedrängung durch die Boeren, unter Adam Koke’s Führung über die Drakenberge nach Kaffraria im Süden von Natalland, und ihr Gebiet bildet heute den englischen Distrikt „Griqualand East“. In physischer Hinsicht nähern sich die G. mehr den Hottentotten als ihren europäischen Vätern. Sie sind ein friedliebendes und arbeitsames Völkchen, das sich des Holländischen als Sprache bedient.