Namaqua (Namaqua-Hottentotten), Gr das zwischen dem Oranjefluss und der vo Damaragrenze, westlich von der Ka- feı laharisteppe inUnabhängigkeitlebende füı Volk. Es zeigt im ganzen, trotz viel- be facher Mischung, den Hottentotten- de typus ziemlich scharf ausgeprägt und m stellt eines der Hauptglieder dieses Ve südafrikanischen Volksstammes dar. Die N. wohnen auf beiden Seiten des N. man die auf der Südseite des Flusses SiO wohnenden die Klein-N., und die auf‘ W der Nordseite die Gross-N. DieKlein-, Gr N. gehören zur britischen Kapkolonie, Kr wenn auch ihr Gebiet noch nieht Mi völlig organisiert ist, und wohnen zwi- e schen dem Hartebeestflusse im Osten da und derKüste des Atlantischen Meeres; 37T run- " sie sind zum grossen Teile Christen 883 | geworden, namentlich durch die Besüd- leyanischen Missionäre, welchein Pella, ssel- 7 Komaegas, Steinkopf und Lelefontein ı von biete haben. Die Gross-N. wohnen acht “° yom Oranjestrom nordwärts bis zum ernt. Lande der Damaras in dem Gebiete < der zwischen der Atlantischen Küste und be- der Wüste Kalahari. Nach ihren kette von Norden nach Süden parallellau-Nest- " Jichen Streifens werden vorzugsweise eone- Gross-N., b) die des westlichen, an Dene- der Küste, werden See-N. (der ein- und zige nennenswerte Ort in ihrem Gehäss- biet ist Scheppmannsdorf), und endasen, lich c) die, welche den mittelsten elten Streifen bewohnen, werden Orlams von ° genannt. Diese zerfallen in drei, nach tern; den Namen ihrer Häuptlinge benannte " ein Stämme; der nördlichste derselben ist doch ° der ‚Jonker-Afrikanerstamm, zwischen isen; den Flüssen Kuisip und Swakop, mit w.. den Orten Eitkams, Likhams, Thobi, Ama-' David-Christianstamm, mit den Orten tten), Gross-N. insbesondere, welche den d der vonderKalahariwüste beorenzten Strei- : Ka- fen bewohnen, zerfallen wieder in ende‘ fünf, meist nach ihren Häuptlingen viel- benannte Stämme, welche (von Nortten- den nach Süden) dasrote Volk, Franst und‘ mannsstamm, Zeibsstamm, Hendriks ieses' Veldschöndragersstamm und Bondeldar. zwartsstamm heissen. Auch die Grossn des N. sind zu grossem Teile Christen nennt und es befinden sich zahlreiche Misusses Sionsstationen in ihrem Gebiete, wie: e auf‘ Warmbad, Bethanien, Berseba, Gibeon, Xlein- Grootfontein, Wesley Thal, Afrikanerslonie,, Kraal, Nesbett, Nabis u. a. Mehrere zwi- len Unruhen und Kriege, von dem Osten das Land heimgesucht wurde, zu eres; Srunde gegangen. Von den jetzt noch bestehenden christlichen Gemeinden ist Berseba, wo Missionär Hegner wirkte, die grösste; sie zählt nach den neuesten Angaben 848 Seelen. In Bethanien befinden sich 592 Christen. Von denanderen Missionsstationen liegen nur ältere statistische Angaben vor. Nach solchen giebt es in Gibeon 547. in Grootfontein 100 Christen u. v. w. Den Missionären verdanken wir auch Lehrbücher der Nama-Sprache, das „Nama-koi-koin“, welche sich von allen afrikanischen Sprachen ebenso unterscheidet, wie die Nama von den anderen afrikanischen Völkern. (Es erschienen: Vocabular der Namaqua-Sprache nebst einen Abriss der Formenlehre derselben [von Wallmann?] Halle a. d. S., I. Fricke, 1854. — Wallmann, Formenlehre der Namaqua-Sprache. Berlin, S. Hertz, 1857. — Henry Tyndall, Wesleyan Missionary, Grammar and Vocabulary of the Namaqua-Hottentot Lanouage, Cape Town. — Theophilus Hahn, Die Sprache der Nama. Leipzig, Johann Ambrosius Barth, 1870). Eine Eigentümlichkeit dieser Sprache sind die vielen einsilbigen Wörter und die Schnalzlaute. Die Missionäre haben für dieselben eigene Zeichen erfunden, während für alle andern Laute die lateinische Schrift angenommen wurde. Sie bezeichnen den dentalen Schnalzlaut mit /, den palatalen mit =F, den cerehralen mit ! und den lateralen mit /. „Der dentale Laut‘, schreibt 'T'heophilus Hahn, „entsteht, wenn man die Zunge gegen die oberen Vorderzähne setzt und, die Luft einziehend, sie zurückschnellt. Auf dem Westerwalde und im Siegenschen kommt der dentale Schnalz als Lockruf der Schweine vor; so entsinne ich mich des häufigen Rufes: „Fikkesje (Ferkelchen) tä tä tä, //////, Fikkesje tä tä tä ////IN® Auch im Mansfeldschen kommt dieser Laut als Lockruf vor.. Der Klang des dentalen Schnalzes lässt sich vergleichen mit dem etwas schmatzenden Tone, der entsteht, wenn man Jemanden mit recht „spitzem Mäulchen® — sit venia verbo — küsst, Mitunter hört man diesen Laut auch in Bedauerungsfüllen: / a, / garu, /nau. Der palatale Laut entsteht, wenn man die Zunge kurz oberhalb der Vorderzähne an den vordern Gaumen setzt, gleichsam als wolle man ein recht weiches d sprechen; man zieht die Zunge, mit Luftzug nach innen, zurück: =F a, = gao-b, =| nari, Er tönt ungefähr wie das recht helle Klopfen des Spechtes an den ‘Bäumen, Der cerebrale Laut wird erzeugt durch Ansatz der Zunge gegen den mittlern obern Gaumen, ungefähr da, wo man sie ansetzt bei der Aussprache des L m Lump. Man ziehe Luft und Zunge einwärts, und es entsteht dann ein Laut, der fast genau dem Knall einer entkorkten Champagnerflasche gleicht: Ya, ! axoma, Ina, Der laterale Schnalz spottet jeder Beschreibung: ich begnüge mich daher zu sagen, dass er mit Zunge, Seitenzähnen, Gaumen und durch Einziehen der Luft gebildet wird. Akustisch ist er einem recht gemeinen Schmatzen vergleichbar, wie es wohl Gänse und Enten beim Wühten in einer Pfütze vernehmen lassen: U na, M gau, AM ikha, 4 mawa, Ani, H am.“ Pür unser Ohr klingen diese Schmalzlaute so seltsam, dass es klöxlich erscheint, wenn manche Reisende sie mit „der sogenannten Vogelsprache“ im Verbindung brachten und man auch die Entstehung des Namens Hottentottem davon ableitete, welches Wort nach Dapper „bei dem Niederlinderm sellbstem won. eimem, der mit der Zunge anstiösst, stoltert und stamment, schimpfweise gesagt wird.“