FeedGurara
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Gurara (auf berberisch Tigurarin oder Tidjuranin genannt), grosse Oase der Sahara, südlich von Algerien, zwischen 28°50' und 2950‘ nördl. Br und 1015 und 1045° west], 1. Sie erstreckt sich im Norden von der Sebcha Gurara, ihrem nördlichen Gestade entlang. Sie besteht aus neun Distrikten: Tin-Erkuk mit 12 Dörfern und dem Hauptort Tabalkoza, von Meharza-Arabern bewohnt; Uled Said mit 24 Dörfern; Djereifat mit 14 Dörfern, von Khenafsa-Arabern bewohnt; Timimun mit 21 Dörfern; ausser Timimun, der wichtigsten Stadt von G., sämtlich am Südrande der Sebcha; EI-Haischa (oder EI-Haiha) mit 9 Dörfern; Talmina im Westen mit einer Reihe von kleineren Dörfern; Tasfaut Sidi-Mussa und Charuin mit 7 Dörfern. Diese Dörfer sind sämtlich ummauert. Vorwiegend sind sie von Zenäta-Berbern bewohnt (Araber sind nur die Meharsa im Tin-Erkuk). Der Islam ist heute die einzige Religion dieses Landstriches, wo im Mittelalter noch das Judentum in grosser Verbreitung stand. Die sesshaften Berber kultivieren vorwiegend die Dattelpalme, welche ihren einzigen Reichtum bildet; auch die Feige u. Granate werden gezogen, von Feldfrüchten Gerste, Mais, Hirse, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch, Gurken, Tomaten etc. gebaut. Von Haustieren sind nur Ziegen und Esel nennenswert, von den Arabern werden auch Kamele, Hammel und Pferde gezüchtet. — Gurara gehörte im 14. Jahrhundert zum Sultanat Fez; zur Zeit des Leo Africanus stand G. seiner vorzüglichen Datteln wegen in hohem Rufe und trieb bedeutenden Handel durch die Sahara mit- dem Sudan; noch 1662 gehörte G. wahrscheinlich zu Marokko und 1862 haben seine Bewohner noch versucht, die französische Herrschaft mit der marokanischen zu tauschen. Es führen drei Strassen nach G.: von Figig oder von Mogar aus, welche beide Strassen in Uled Said münden, und von Abiod Sidi Schich aus nach Tabelkusa; während von G. aus Strassen nach Aulef und nach Golea führen.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 523Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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