Heuglin, Theodor von, einer der verdienstvollsten Afrikaforscher, am 20. März 1824 zu Hirschlanden (Württemberg)geboren, gestorben am 9. November 1876 zu Stuttgart. Nachdem er durch naturwissenschaftliche und sprachliche Studien seinen Geist, men, Reiten, Schiessen "ete.) seinen Körper vorbereitet hatte, erprobte er (vergl. Embacher, „Reisen und Ent- ‚deekungen‘) seine Fähigkeiten zu- ‚erst durch grössere Reisen in Eur opa, begab sich dann 1850 nach Ägypten, ‚erlernte die arabische Sprache und machte Ausflüge in die Gebirge zwi- ‚schen «dem ofen Meer und dem Nil ‚und ıins Peträische Arabien. Im Mai 1852.zum österreichischen Konsulatssekretär in Ohartum ernannt, trat er gleich darauf von dort aus mit Reitz eine abessinische Reise an, welche sie zwischen dem Blauen Nil und Atbara. zum Teil durch ganz unbekannte. Gegenden über Gedaref und Galabat. bisGondar und in die Landschaft Simen. führte. An die Stelle von Reitz, der1853 dem Klima erlag, zum Geranten. des österreichischen Konsulats ernannt, bereiste H. noch Ende 1853 den. Weissen Nil und Kordofan und begab sich 1855 miteinerreichen zoologischen. Ausbeute nach Wien. Im März 1856 setzte er seine Forschungen im Ostsudan fort, untersuchte namentlich die Bajudasteppe und machte im nächsten. Jahr eine Reise nach den Küsten-- ländern des Roten Meers und der: Somalıi. H. selbst schloss sich nun 1863: in Begleitung von Steudner der Expedition der holländischen Damen Tinne (s. d.) an, fuhr mit ihnen den Bahr el Ghasal hinauf bis zum See Rek und setzte von hier seine Reise bis zum Fluss Dembo im Lande der Dor fort. Unterwegs, am Waufluss, starb Steudner 10. April 1865. Auch H. erkrankte und sah sich genötigt, mit Frl. Tinne (deren Mutter ebenfalls gestorben war) nach Chartum und im September 1864 über Berber, Sauakim und Suez nach Europa zurückzukehren. Nachdem er im Sommer 1870 mit Graf Waldburg - Zeil, im. Sommer 1871 auf einem Dampfer des Kaufherın Rosenthal Fahrten ins nördliche Eismeer unternommen hatte (über die er indem dreibändigsn, 1572erschienenen Werke: „Reisen nach dem brach er im Jahre 1875 abermals nach Afrika auf, nach dem noch unbekannten Gebiete der Beni- Amer. Gegen Ende des Jahres 1875 trat er auf eine kurze Zeit in die Dienste des ägyptischen Chedive. Mit der Ausrüstung einer neuen Expedition, diesmal dh der Insel Sokotora be- ‚schäftist, starb er am 5. November 1876 zu Stuttgart. Werke: Tagebuch einer Reise von Chartum nach Abessinien 1852—53* (1857); Reisen in Nordafrika (1857); Die deutsche Expedition in Ostafrika 1861—62 (1864); Reise nach Abessinien, den Gallaländern, Ostsudan (1868); Reise im Gebiet der westlichenZuflüsse desWeissen Nils (1869); Reise in Nordostafrika (1877). — Im Anschluss hieran auf naturwissenschaftlichem Gebiete: Beiträge zur Zoologie Zentralafrikas (1865); Systematische -Übersicht der Säugetiere Nordafrikas(1867);Ornithologie Nordostafrikas (1867 —75).