Beurmann, KarlMoritz von, Afrikareisender, geb. 28. Juli 1835 zu Potsdam, trat, nachdem ereinetüchtige Vorbildung genossen, 1853 die militärische Laufbahn an. Als Pionnier- ‚offizier garnisonierte er in Erfurt, Luxemburg und Neisse, doch sagte seiner thatendurstigen Seele der langweilige Friedensdienst nieht zu; er war namentlich durch Barths Reisen für das Forschungswerk in Afrika begeistert worden und quittierte 1859 den Dienst, um sich ganz zum Reisenden heranzubilden. Des Arabischen kundig, körperlich zu grossen Anstrengungen befähigt, ging er im Frühjahr 186) nach Ägypten und den Nil aufwärts bis Korosko, durchwanderte die Nubische Wüste nach Berber und ging von da nach Sauakin am Roten Meer. Er besuchte nun Kassala, Chartum, die Bogosländer und legte seine schätzbaren, die Wissenschaft bereichernden Berichte in „Peterm. Mitth.* (1862) nieder. Zurückgekehrt, fasste er den Gedanken, das Schicksal des in Wadai verschollenen Reisenden Ed. Vogel (s. d.) aufzuklären, mit grosser Lebhaftigkeit und stellte sich dem Komitee der deutschen Expedition nach Zentralafrika zur Verfügung. Schon am 10. Febr. 1862 brach er von Tripoli durch die Wüste nach Süden auf and gelangte über Dschalo, Mursuk, von wo er einen Abstecher nach Osten bis Wau machte, nach der noch von keinem Europäer betretenen Oase Djebado und Ende August nach Kuka, von wo er zunächst Jakuba besuchte, da die politischen Verhältnisse ein Vordringen nach Wadai noch nicht gestatteten. In Geldnot geraten und vom Fieber geschüttelt, behielt er die gestellte Aufgabe immer im Auge und versuchte Ende 1862, um das Nordende des Tschad-See herum sein Ziel zu erreichen. Obgleich er überfallen, beraubt und zur Umkehr gezwungen wurde, erneuerte er doch Anfang 1863 den Versuch und gelangte bis Mao in Kanem an der Grenze Wadais, wo er im Febr. 1363, wahrscheinlich auf Befehl des Sultans von Wadai, ermordet wurde (Embacher, „Reisen und Entdeckungen,“ 1882).