Kaffa (Kafa), christliches Reich im östlichen Afrika, südlich von Schoa oder richtiger Enarea (welche Landschaft jetzt zum Reiche.Schoa gehört). Kaffa ist der Name, welchen der eingebürtige Name scheint Gomara (Guimira) oder Susa zu sein, doch gehört dieser letztere auch einem westlich an Kaffa stossenden Volke an. — Kaffa ist auf allen Seiten von heidnischen Gallas umgeben, hat jedoch seine politische Unabhängigkeit und seine abessinisch-christliche Religion vor denselben zu bewahren vermocht. Es erstreckt sich auf dem bergigen (12—1500 m hohen) Hochplateau, auf welchem der Godjab, Hadi, Boito (die zusammen den wahrscheinlich den wichtigsten Quellfluss des Djub gebenden Uma bilden), entspringen im Süden der Somalküste. Höchste Gipfel des Landes sind: im Norden der Matta Gera (2562 m), der Hotta im Süden vom Godjeb (3686 m). — Das Reich zerfällt in 5 Landschaften im Nordosten: Garo (zwischen dem Kusaro und dem Godjeb); mehr im Süden: Kulo, Kullo (zwischen Godjeb und Boito, am rechten Ufer der Uma); im Süden: Gobo (in dem vom Uma und Schoka, seinem - Nebenflusse, gebildeten Winkel); im Westen: Guimira (von Schais, einem Zweige der durch die Gallas aus Damot vertriebenen Schat); im Nordwesten: Suro, ein fruchtbares, von einem gleichnamigen Negerstamm bewohntes Land; endlich das eigentliche Kaffa (im nordwestlichen Teile des Plateaus, nördlich von Guimira gelegen). Hauptortschaft ist Bonga, am Godjeb gelegen (7° 10‘ n. Br., 34° 4° östl. L.). Die Eingeborenen gehören zu der Rasse, welche ursprünglich das ganze obere Nilbecken bewohnte, und deren Züge, abgesehen von ihrer dunklen Hautfarbe, denen der Europäer gleichen; ihre Sprache gehört der Yonga-Gruppe an. Der erste Europäer, welcher K. besucht hat, war d’Abbadie (1843 u. 1846); seitdem ist es von italienischen Reisenden und von Soleillet (1882. u. 1883) besucht worden.