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ErdkundeBrockhaus 1882

Schoa, ein unabhängiges christl. Königreich, welches die Dynasten von S. (ursprünglich eine kleine Provinz im Quellgebiet des Djammaflusses) nach dem Zerfall des abessin. Reichs aus den südöstl. Teilen desselben (zwischen dem Abäi⸗ und Hawäschstrom) herausgebildet und seither (mit einer kurzen Unterbrechung unter dem abessin. Kaiser Theodor) siegreich behauptet und vergrößert haben. Es umfaßt die Landschaften Gesche, Mans, Gedem, Tegulet, S., Ifat, Bulga, Mentschar, Mugar, Liben, Gasch, Gurague zum Teil, seit neuester Zeit auch Enarea und angeblich Kaffa. Hauptorte sind Ankobar, Angolala, Dabra Libanos und Dabra Berhän. Seiner Naturbeschaffenheit nach teilt es die Eigentümlichkeiten des übrigen Abessinien, ist sehr fruchtbar und dichter bevölkert als die durch fortwährende Bürgerkriege verheerten nördl. Länder. Die herrschende Sprache ist das Amhara; die Bewohner (gegen 2 Millionen) sind Amhara und teils christianisierte, teils mohammed. oder heidnische Galla. Die Karawanenstraße zum Meer geht durch das Adalland nach Tadjurra. Der jetzige König Menilek (der neunte seines Stammes) ist ein besonnener und energischer Fürst, lebt mit dem abessin. Kaiser Johann in Frieden, erkennt sogar nominell dessen Oberhoheit an. chober, s. Feime.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 452Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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