FeedKrokodil
TierreichAfrika Hand-Lexikon 1885

Krokodil (auch Nil-Krokodil oder gemeines K. genannt;, Crocodilus niloticus, Cr. vulgaris Cuv., Lacerta er. L.), grünlich, mit schwarzen Querstreifen; Kiefern gleich lang, im Nacken sitzen sechs gekielte Platten; in allen grossen Flüssen Afrika’s, den Alten besonders aus dem Nil bekannt, kommt jedoch nur noch in Ober-Asypten vor, lebt tagsüber auf dem Lande, fischt zu bestimmten Zeiten und in Gesellschaft, kann nicht lauge im Wasser ohne Atem zu holen aushalten, legt die Eier in Sand; hat Feinde an der Pharaonsratte und an Affen, welche Junge oder Eier fressen. Dagegen ist die Sage, dass der Ichneumon dem K., wenn es schlafend im Sande liegt, in den Leib krieche, eine Erdichtung; wahr soll es aber sein, dass Sumpfvögel, bes. Strandläufer, die Blutegel u. dgl. aus dem Rachen des K. wegfressen, welche sich im Wasser an demselben ansaugen. In Ägypten war das K. dem Typhon heilig und wurde in den Nomen von Koptos, Arsinoe und Ombos göttlich verehrt; in letzterem wurden sie in eigenen Teichen gehegt und abgerichtet, und die Mütter freuten sich, wenn die K. ihre Kinder frassen, Das K. galt als heilig, weil es 60 Jahre lebe, 60 Tage trächtig sei, 60 Eier lege und 60 Zähne und Gelenke habe; die Zahl 60 aber gehörte zu den heiligen. In anderen Distrikten wurde es getödtet, z. B. in Tentyra, in Apollinopolis an Bäume gehängt, erschlagen und gegessen. Unter dem Leviathan des Alten Testaments verstehen die meisten Interpreten dasK, Das K. lässt sich etwas zähmen; Fleisch ist essbar, doch nicht ganz schmackhaft.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 790Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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