Krokodile bilden eine eigene Ordnung der Reptilien, die sich von allen andern durch ihre panzerartige Bekleidung, sowie durch ihre Größe und Wildheit unterscheiden und mehr den Schildkröten sich nähern. Es gibt drei Gattungen dieser Familie, die wieder in mehrere Spezies zerfallen. Alle halten sich im Wasser und auf dem Lande auf, wohnen in den heißesten Erdstrichen in Flüssen oder deren Ausmündungen, leben nur von andern Tieren, die sie teils durch ihre Schnelligkeit bewältigen, teils im mutigen Kampfe besiegen, gehören zu den gefährlichsten Raubtieren und bilden in manchen Gegenden, z. B. auf Borneo, eine wahre Landplage. Die Gattungen sind: die eigentlichen Krokodile (Crocodilus) mit ganzen Schwimmhäuten an den Hinterfüßen und einer Ausbuchtung am Oberkiefer für den stark vortretenden, vierten Fangzahn des Unterkiefers; die Kaimane oder Alligatoren (s. d.) mit nur halben Schwimmhäuten, und der Gavial (Gavialis), der sich durch schnabelartige, lang ausgezogene Schnauze auszeichnet und auf den Ganges und die übrigen großen Ströme Indiens und den Ostindischen Archipel beschränkt ist. Zu den eigentlichen K., die in der Alten und Neuen Welt vorkommen, während die Alligatoren Amerika eigentümlich sind, gehört als eine der berühmtesten Spezies das Nilkrokodil (C. vulgaris), welches ausgewachsen 10 m mißt und einen für Flintenkugeln undurchdringlichen Panzer trägt. Es findet sich in ganz Afrika oft in außerordentlicher Menge; im Altertum kam es im ganzen Laufe des Nils, auch im Delta vor, wo es jetzt ausgerottet ist. In kältern Flüssen und Seen lebt es nirgends. Den Alten war es wohl bekannt und den Ägyptern sogar heilig, welche die wilden fütterten und halbgezähmte in der Nähe der Tempel erzogen. Große Mengen dieses Tiers, von allen Größen und Altern, die mit der noch lebenden Spezies vollkommen identisch sind, finden sich in den Katakomben der alten Agypter einbalsamiert. Die Ägypter glaubten, daß das Ichneumon (s. d.) dem schlafenden K. in den Rachen krieche und es töte. Thatsache ist, daß die Nileidechse Waran in Nubien wie in Südguinea, wo das K. noch größer als im Nil ist, darauf ausgeht, die Brut und die Eier desselben zu zerstören, und dadurch hier so nützlich wird wie dort. Auf der Insel Madagaskar ist das eigentliche K. in allen Flüssen und Seen überaus zahlreich. Auf den Antillen findet sich das kleinere Rautenkrokodil (C. rhombifer); auf den Sunda-Inseln das gefährliche Leistenkrokodil (C. biporcatus). Fossil treten K. zuerst im Muschelkalk auf (Belodon und Stagonolepsis). Vgl. Rathke, Untersuchungen über die Entwickelung und den Körperbau der K.» (herausg. von Wittich, Braunschw. 1867). (Hierzu Abbildungen auf Tafel: Reptilien.)