Alligator oder Kaiman ist der Name einer anz der Neuen Welt angehörigen Familie von Reptilien, die nebst den Gavials und den eigentlichen Krokodilen die Ordnung der panzertragenden Eidechsen (Loricata) bildet. Die A. unterscheiden sich von den eigentlichen Krokodilen durch die abgestumpfte Schnauze und die bloß mit halben oder rudimentären Schwimmhäuten versehenen Hinterfüße. ehenz das Krokodil am Rande der Oberkinnlade neben der Schnauze eine Ausbuchtung oder Furche zur Aufnahme des vorstehenden vierten Unterkieferzahns hat, wird dieser beim A. von einer Grube aufgenommen, welche sich am Rande der Oberkinnlade befindet. Die Arten werden bis 4 m lang, sind auf dem Lande langsam und schwerfällig in ihrer Bewegung, aber gewandt im Schwimmen und besitzen namentlich im Eier in besondere Nester in den Schlamm, die von der Sonnenhitze ausgebrütet werden, doch hält das Weibchen in der Nähe meist Wache. Eine der häufigsten Arten ist das Jacaré oder der Brillenkaiman (Champsa sclerops), so genannt von einer Querleiste, welche nach vorn die hervorstehenden Augenhöhlenränder verbindet. Es lebt in den Gewässern Südamerikas, besonders in Brasilien und Guiana, nährt sich meist von Fischen, ist oben von dunkler olivengrauer, unten grün-gelblich-weißer Farbe und hat auf dem Rücken vier undeutliche, schwärzliche Querbinden. Am obern Amazonenstrom ist besonders der newaern⸗ (Alligator niger) häufig. Die in den Gewässern Nordamerikas, namentlich im Mississippi und seinen Nebenflüssen gewöhnlichste Art ist der hechtschnauzige A. (Alligator lucius), nach der Gestalt seiner Schnauze benannt; er ist oben dunkel braungrün mit lichtern, bindenartigen Flecken, unten weiß ins Grüne fallend, an den Seiten aus beiden Farben gestreift, verbirgt sich häufig im Schlamm und fällt bei großer Kälte in Lethargie. Er wird jetzt häufig nach Europa gebracht. Der A. ist ein Raubtier, fürchtet jedoch den Menschen. Wegen seines Panzers ist er nur über den Augen durch Flintenkugeln oder Schläge vach Ro verwunden. Sein weißes, fischartiges, nach Moschus riechendes Fleisch wird nur von Negern und den rohern Indianerstämmen geessen. Man stellt ihm nach wegen seiner Schädichkeit, da er ungeheuere Quantitäten Fische vertilgt, und fängt ihn in Netzen und Schlingen oder tötet ihn 0 20 wenn er im Schlamme am Ufer liegt, durch Büchsenkugeln. Der Name A. ist aus dem portug. lagarto (lat. lacerta, d. h. Eidechse) entstanden und in Südamerika bei den engl. und holländ. Kolonisten sowie im ganzen Nordamerika Neter in der Name Kaiman ward durch die eger Guianas und die franz. Kolonisten verbreitet. (S. Krokodil.)