Kuilu (Njadi), grosser (südlicher) Zufluss des Kongo, wurde von Dr. Güssfeldt (während der deutschen Loango-Expedition) und im November 1875 von Dr. Falkenstein und Dr. »Pechuel-Loesche, 1881 auch im Auftrage Stanley’s von Israel besucht, bezw. befahren. „In geringer Entfernung vom Fluss ziehen im Norden und Süden des Kuilu mässig hohe Hügelreihen landein, welche wie einstige Ufer die Niederung des Flusses abgrenzen. Binnenwärts treten dieselben bald weiter zurück. Am linken Ufer mündet der Mpile, der durch weites Flachland und Sümpfe bis zu dem Gebirge führen soll, weiter oberhalb am rechten Ufer der Nanga ein. Die Sumpfstrecken zu beiden Seiten des letzteren sind fast ausschliesslich mit Papyrus bedeckt; er endet in einen flachen kleinen See, welcher gleichfalls rings von Sumpfland umgeben ist. — Eine Tagereise weiter aufwärts tritt zuerst festes Gestein auf. Von dort an erheben sich staffelförmig hintereinander und oft eng gedrängt und steil abfallend die Parallelketten des I} westafrikanischen Schiefergebirges, Durch dieses hat sich der Kuilu einen Weg gebahnt und bildet hintereinander 6 Stromschnellen, welche schwer zu überwinden und mit grosser Lebensgefahr passierbar sind. . Die Spuren von Verwüstung, welche die Hochwasser hier überall zurückgelassen haben, sind unbeschreiblich, auch erzählen die Eingeborenen, dass man in der Regenzeit das Toben der (Gewässer nachts in stundenweit entlegenen Dörfern wie das Brausen eines Sturmes vernehme. Der letztbesuchte Durchbruch des Kuilu durch ein Quarzitmassiv ist der grossartigste vonallen. Zwischen glockenförmigen Bergen hat er, 8S00—1000 Schritt weit übersehbar, in schnurgerader Richtung sich einen etwa 50 Schritt breiten Kanal in das ausserordentlich harte Gestein eingeschnitten, dessen durchschnittlich 50 m hohe senkrechte Wände den Eindruck hervorbringen, als wären sie mit allen Hilfsmitteln der modernen Ingenieurkunst hergestellt worden. Dieser Eindruck wird noch erhöht durch die eigentümliche Front, welche die Quarzitschichten westwärts nach dem Wasserbecken darbieten. Zu beiden Seiten.des Flusses starren in einer Ausdehnung von zusammen etwa 500 Schritt, 10 m hohe und unter 450 nach West einfallende Quarzitplatten empor, welche regelmässig, wie bei einem vorzüglich konstruierten Hafendamm, angeordnet sind, und über welchen, wie auf einem Sockel, die steilen eng gedrängten Berge sich erheben. „Die Breite des Flussbettesschwankt in der Niederung zwischen 300 und 800 Schritt, verengt sich aber an den verschiedenen Durchbrüchen bedeutend und erweitert sich davor, vesp. dahinter. Ablagerungen von Schotter und Geröll unterhalb der Schnellen, sowie von Kies und Sandbänken in der Niederung machen den Kuilu untauglich für die Schiff fahrt. Nur Kuross und Boote würden den Verkehr vermitteln können, und auch dies nur bis zu den Schnellen, da weiterhin die Gefahren zu SrOss sind. Daher erklärt sich auch die grossartige Einsamkeit jener Gegend, denn de Wohnsitze der E Eingeborenen liegen fern seitab. Der landschaftliche Charakter des