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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Lanzarote ist neben Fuerteventura die einzige flache Insel der kanarischen Gruppe. Nur in ihrem nördlichen Teile ist sie ein wenig gebirgig. Dort erreicht die Famara- Spitze 684 m, während die Caldera auf dem Eilande Allegranza bloss zu 256 m aufsteist, der Graciosa-Pik (auf dem Graciosa-Eiland) zu 226 m, der Clara-Pik (auf dem Montana Olara-Eiland) zu 8l m. L. besitzt den einzigen,noch teilweiseinschwacher Thätigkeit befindlichen Vulkan, welchen der kanarische Archipel aufzuweisen hat (abgesehen natürlich von den berühmten Vulkanen von Tenerife oder dem Pik de Teyde). Ehedem war L. sehr bewaldet; jetzt sind die Wälder verschwunden. Die Insel hat sogar einen nur sehr schwachen Baumstand noch; die Regen sind selten, das Wasser ist sumpfig, gute schöne Quellen eine Seltenheit. Indes wird auf L. ziemlich viel Getreide gebaut. Auch Viehzucht wird getrieben (eine kleine Anzahl gut gebauter Kamele wird auf der Insel unterhalten). Die Hauptmerkwürdigkeit der Insel ist die unter dem Namen „Cueva delas Verdes“ bekannte, 2500 - 3000m tiefe Grotte, die aus einer Reihe finsterer Gallerieen und Gewölben besteht und wahrscheinlich eine von der Lava des Corana-Kraters ausgewaschene unterirdische Schlucht (barranco) ist. Dorthin flüchteten sich zur Zeit der Maureneinfälle die Bewohner der Insel.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 819Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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