
Nzuana oder Njuana, wird von den Eingeborenen die Komoreninsel Johanna oder Andjuana genannt; siehe den Artikel Komoren. die Bewässerung sogleich ein mannigfaches Pflanzenleben erzeugt. Man unterscheidet verschiedene Arten von Oasen, je nachdem sie natürliche oder künstliche Bewässerung haben. Die natürlich bewässerten teilen sich wieder in solche mit oberirdisch fliessendem und in solche mit unterirdisch fliessendem Wasser. Zu den ersteren gehören z. B. die Oase des Ued Draa, die dem Draaflusse ihr Dasein verdankt, und die Oasen des oberen Tafilet südlich von Ertib, die meisten von der Oasengruppe des nördlichen Tuat und viele kleinere südlich vom Atlas. Die künstlich bewässerten sind entweder solche, die eine aus der Erde hervorsprudelnde Quelle besitzen, wie Rhadames und die Jupiter-Ammons-Oase; oder solche, wo sich nicht fliessendes Wasser schon in der Tiefe von nur 1—2 Fuss unter dem Erdboden findet, z. B. die Oase Kauar und ein Teil der von Fesan; dann solche, wo aus einer Tiefe von 12 bis‘ 30 Fuss das Wasser heraufgefördert werden muss, wie in andern Oasen von Fesan und in denen von Suf; endlich solche, wo das Wasser aus der Ferne durch künstliche Leitung hingeführt wird, z. B. Tidikelt und mehrere andere südlich: vom Atlas. Oasen mit oberirdisch rieselndem Wasser giebt es nur an den Ausgängen grosser Gebirge, namentlich am südlichen Fusse des grossen Atlas. Sie sind die best situierten von allen. Denn der Fluss bietet nicht nur fast in jeder Jahreszeit genügende Wassermengen zur Bewässerung der Felder, er kühlt auch die Luft etwas ab und teilt ihr so viel Feuchtigkeit mit, dass Fruchtbäume der Mittelzone gedeihen können. Die Bewohner haben nur für Anlage und Unterhaltung von Kanälen zu sorgen, welche in ihrer Verästelung allen Stellen des angebauten Landes den nötigen Wasserbedarf zuführen. Natürlich wird im weiteren Verlaufe des Flusses infolge der starken Verdunstung, die er bei der austrocknenden Atmosphäre der Sahara erleidet, das Wasser desselben immer spärlicher. Selbst der Draa erreicht nur in Jahren, in denen aussergewöhnlicher Regenfall und geschmolzener Schnee aus dem Gebirge seine Flut verstärkt, zur Frühjahrszeit den Ozean; andere Flüsse bilden um diese Zeit, indem sie aus ihren Ufern treten, Sebcha, Sümpfe und Deeen. In minder günstiger Lage befinden sich die durch unterirdisch fliessendes Wasser entstandenen Oasen, denn trocknet auch der Grund in den Thälern nie gänzlich aus, so ist er doch nur im Frühjahr feucht genug, um die Bearbeitung des Bodens mittels der Hacke zuzulassen. Wo das zur Berieselung dienende Wasser von einer oder mehreren hervorsprudelnden Quellen geliefert wird, da müssen die Felder durch Herausschaffung von Erdreich vertieft werden, und zwar: ist die Arbeit stets von neuem zu thun, weil der Dünger, besonders aber der vom Winde hingewehte Sand die Vertiefungen immer wieder ausfüllt. Gerade diese Oasen sind am stärksten bevölkert, es ist daher eine sparsame, genau nach der Zeit geregelte Verteilung des Wassers notwendig, wenn es für alle Ländereien hinreichen soll. In Oasen, welehe dicht unter der Erdoberfläche stehendes Wasser besitzen, wachsen in der Regel nur Palmen; will man dort auch Feldfrüchte bauen, so. müssen Löcher in die Erde gegraben und die erforderlichen Wassermengen herausgeschöpft, werden. Wenn aber das Wasser so tief unter der Erde steht, dass die Wurzeln der Palmen es nicht erreichen können, da ist die Anlage von künstlichen, mehr oder weniger tiefen Brunnen nötig. In der 'algerischen Wüste haben die Franzosen artesische Brunnen angelegt, welche das Wasser wie eine natürliche Quelle aus der Tiefe von 500 Fuss hervorsprudeln. Bei gewöhnlichen, 20—50 Fuss tiefen Brunnen kommen verschiedene Verfahrungsweisen, das Wasser heraufzufördern, in Anwen. dung. Das einfachste Verfahren ist das, wo durch Menschenhände in Eimern aus Leder oder Holz das-Wasser heraufgeholt wird. Komplizierter sind die sogenannten Nuera- oder Noria-Brunnen, von den Mohammedanern in Spanien erfunden. Ein horizontales Rad greift durch Zähne in ein vertikales, ein; um letzteres läuft ein langes Tau, das an seinem Ende befestigte Töpfe herablässt und sie vollgeschöpft wieder heraufwindet. Die Räder werden durch Kamele oder durch Esel, Rinder, Pferde und Maultiere getrieben. Gleichfalls eine Erfindung der Araber ist die Förderungsart mit Schläuchen, die an dem einen Ende eine weite, an dem anderen eine enge Öffnung haben. Von dem schräg "geneigten Rande des Brunnens Tassen Menschen, allein oder mit Hilfe von Tieren, den Schlauch hinabeleiten, und nachdem er sich durch die weite Öffnung vollgefüllt hat, ziehen sie ihn langsam und vorsichtig in wagerechter Lage herauf. Oben angekommen, wird er, dann in eine Lage gebracht, bei welcher das Ende mit der engen Mündung sich senkt und durch diese der Inhalt herausfliesst. Das Heraufziehen der vollen Schläuche ist eine sehr anstrengende Arbeit, da manche bis zu 200 Liter Wasser halten, und doch muss sie das ganze Jahr hindurch fast Tag und Nacht fortgesetzt werden, um dem Wasserbedarf zum Tränken der Felder zu genügen. Am künstlichsten und sinnreichsten angelegt sind die namentlich in Tuat häufigen Fogara, oder wie sie Duveyrier nennt, Galeriebrunnen, welche in unterirdischen Kanälen von etwa zwei Fuss im Durchmesser und oft mehrere tausend Schritt Länge das nöt.ge Wasser herbeischaffen. Fand man nämlich Wasser an einer steinigen, unkultivierbaren Stelle der Wüste, so galt es, dasselbe dahin zu leiten, wo der Boden die Bildung einer Oase gestattete, und damit es nicht an der rorkenen Luft verdunste, musste die Leitung unter der Erde hingeführt werden. Meis* war aber das an einer Stelle gefundene Wasser nicht ausreichend für den Bedarf einer Oase, man suchte dann in der Nachbarschaft nach weitern Quellen und führte diese in Seitenkanäien dem Hauptkanal zu, daher die Fogara gewöhnlich aus einem ganzen Netz von unterirdischen Kazälen bestehen, einem Baume mit seinen Ästen und: Zweigen vergleichbar. Selbstverständlich sind auch die Öffnungen, in welche die Arbeiter beim Ausgraben der Gänge hinabstiegen, mit grossen Steinen zugedeckt, um den Zutritt der aufsaugenden Luft zu hindern. Eine Quelle heisst arabisch „Ain“, berberisch „Tit“, teda „galle“; ein tiefer Brunnen „Bir“, ein künstlicher „Hassi*, ein zur Förderung mittels Schläuchen eingerichteter „Ssenia“; ein unterirdischer Kanal „Fogara*, ein oberirdischer „Seggia®. Das’ Wort „Oase“ ist. den Bewohnern der Sahara unbekannt. Nach Ritter wäre es von den Ägyptern den Griechen zugekommen, und vielleicht hängt die im Osten gebräuchliche Benennung „Uah*, das koptische Wort für Wohnung, damit zusammen. Grössere Oasen wie Tafılet, Fesan etc. heissen „Bled“ (Land), kleinere „Rhab- Auch „Ued*, „Uadi* wird in der Bedeutung von Oase gebraucht. Alle ägyptischen Oasen zeichnen sich durch grossen Reichtum an Dattelpalmhainen und Fruchtoürten mit Weinstöcken, Feigen-, Granat-, Citronen- und Pomeranzenbiiumen aus. Die Datteln bilden die Hauptnahrung der Einwohner; mit dem Mehrertrage an Datteln bezahlen sie ihren Tribut, oder verhandeln dieselben nach Ägypten oder an die durchziehenden Karawanen, für welche die ©. immer Stationsplätze sind. In einigen O. ist der Weasserreichtum so gross, dass das Klima sehr ungesund wird. a) Die Grosse O., Wah el Kebir, die südlichste Oberägyptens, zieht sich von der Grenze Nubiens über 20 Meilen lang und 2—3 Meilen breit, nach Norden, ist sehr heiss, hat mehrere mineralische warme und kalte Quellen, sogar einen Bach und grossartige unterirdische Wasserleitungen. Aus dem Altertum sind zahlreiche Tempel- und andere Ruinen vorhanden. In mehreren Städten und Dörfern wohnen etwa 8000 Einwohner, die besonders viel Reis ausführen und Alaun erzeugen; Hauptort ist El Chardschah; b) die Kleine OÖ. Wah el Bahire, ein etwa 31/, Meilen langes und 3!/, Meilen breites, fruchtbares, aber ungesundes, mit Ruinen aus dem Altertum bedecktes, wasserreiches Becken, worin auch mineralische und thermatische Quellen häufig sind; Hauptort ist El Kassar, c) Siwah, die Ammonsoase im Altertume, 14, Meilen lang, 1!; Meilen breit, seit 1819 Ägypten tributpflichtig, doch im übrigen unabhängig hat 8000 Einw., welche unter 5 einheimischen Scheikhs stehen. Die 0. hat mehrere kleine Seeen und be überhaupt reicher Bewässerung eine ganz ungemeine Fruchtbarkeit; der Hauptorb: gleiches Namens treibt bedeutenden Dattelhandel nach Ägypten; d) El Hair, kleine quellenreiche O. im Süden der Kleinen O., enthält ebenfalls viele Ruinen; e) Wah ed Farafreh, ein mit gut bewässerten Gärten vollÖl-, Feigen-, Granatbäumen Indigoproc und Dattelpalmen bedeckter grüner bewohnen Fleck inmitten eines unermesslichen Oasip’s Sandmeeres; f) Wah el Dakleh oder des obern El Gharbi, d. h. die O. des Westens, Oates, die westlichste O., welche Ägypten forscher, : Tribut zahlt, westlich von Theben, Transvaal mit vielen warmen Eisen- u. Schwefel- mangwato: quellen, sehr fruchtbarem Boden, und Inyat schönem Akazienwalde und einiger und zurücl von hier wiederum über Tatı nach Oba, den Victoriafällen des Sambesi. Auf bäumen u dem Rückwege von da, im Quellge- land. biet des Tati-Flusses, ereilte ihn der O-Bak, Tod am 5. Febr. 1875. Sein Reise- schen Wü bericht („Matabele-Land and. the sich erstre Victoria Falls“), besonders in natur- ° mit Kies historischer Hinsicht wertvoll, wurde ‘ sehr engeı von seinem Bruder ©. G. O, 1881 denen der in London herausgegeben. sehr schw 12 Dörfer. Platz, Dorf am Nordufer Kubakop (Hereroland). Frank, ein junger Naturzog 1873 durch Natal und nach Schoschong, der Ba- -Stadt, von da über Tati ti im Reich der Matebele k nach Schoschong, endlich von prächtigen Orangenımgebenes Dorf im Togogrosse Ebene der ägyptiiste, 75 km weit bis Berber »ckend. Der Boden ist leicht bedeckt und von wenigen n Pfaden durchfurcht, auf ' Marsch ausser für Kamele