Ochsenwagen sind das landesübliche Transportmittel in dem ganzen Gebiet zwischen dem Kap und dem Sambesi. Es sind schwere Wagen aus eisenhartem Holz und mit einer doppelten, aus dem besten Segeltuch hergestellten Plane bedeckt. Solch. ein Wagen repräsentiert schon ohne: die Waren, welche er enthält, ein kleines Kapital. Mit den 14 bis 16 Ochsen, welche als Gespann erforderlich sind, kostet der Wagen in den Diamantenfeldern etwa 4000 Mark, und es gab Zeiten, in denen der Preis. desselben sich noch höher stellte. Die Wagen müssen sehr fest und dauerhaft sein, denn der nach dem Innern des Landes Reisende findet dort keine Wege und ebensowenig Brücken. Über Stock und Stein ziehen die Ochsen den Wagen, und kommt man an einen Fluss, so sucht man eine Furt, deren auch in den grössten Flüssen viele vorhanden sind. Die schwierigste Aufgabe ist nicht, die Furt zu finden, sondern von dem oft. hohen und steilen Ufer mit dem Wagen zu ihr hinab und auf der andern Seite wieder hinauf zu langen.. „Man nehme einen Fluss an so breit wie die Elbe, mit 20 bis 30 Fuss hohen Böschungen, durch die Fluten ziemlich steil ausgewaschen und zerklüftet. In der Regel bildet irgend eine frühere Wasserrinne oder der alte Pfad des Wildes die Abfahrt für die oft schwer beladenen Wagen. Die Bremse wird mit grosser Kraft angezogen, die stärksten Ochsen werden an die Stange genommen, die Joche doppelt und dreifach befestist, und herunter gehts wie die wilde Jagd. Unten wird doppeltes Gespann angelest, und dann besinnt oftmals erst die schwierige Arbeit für den Händler, denn auf‘ die Kaffern ist in solchen Fällen wenig Verlass. Ist .die Furt: dem Händler unbekannt, so muss er sie erst zu Pferde untersuchen, ehe er sich mit dem Gefährt hineinwagen darf. Der Wagenschwankt hin und her als wollte er jeden Augenblick umstürzen, es kommt auch vor, dass durch den Anprall an ein grösseres Felsstück die Kette reisst, doch ist dieses von zwei Übeln immer noch das kleinste zu nennen, denn giebt die Kette nicht nach, so würde der Wagen entweder zerbrechen oder umstürzen und sämtliche darin befindliche Güter durchnässt oder unbrauchbar werden, wenn nicht vollständig verloren Sehen.“ Zuweilen geht es auch über Felswände dahin, wo zur Seite ein schwarzer Abgrund gähnt, während nur knapp soviel Raum vorhanden ist als die W-agenräder erfordern. Da muss der Wagen, um sein Hinabstürzen zu verhindern, von der Begleitmannschaft an Seilen gehalten werden. Alle diese Schwierigkeiten ‚lassen es erklärlich erscheinen, dass der Trader (s. d.) den Wagen nicht zurückführen mag und sich seiner, wenn die Waren verkauft sind, gern entäussert. Gelegenheit dazu ist stets vorhanden, da der höchste Wunsch ‚eines Kaffern der Besitz eines Ochsenwagens ist und er hohe Preise für einen solchen zahlt. Die Erwerbung eines Wagens gilt als ein so wichtiges Geschäft, dass der Kaffer stets seinen Häuptling hinzuzieht und nur in dessen Gegenwart den Kauf abschliesst.