FeedOgowe-Sesen.
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Ogowe-Sesen. , Etwa 2) deutsche Meilen von der Mündung des Ogowe trifft man auf dem linken Ufer einen Seitenarm, der zu dem Gebiet der Meter hohe, sehr schmale Lösswand trennt den Hauptstrom von den Seeen, die mit ihm sowohl durch einen Zu- als durch einen Abfluss in Verbindung stehen, und im Südosten scheidet dieselben hügeliges, dicht bewaldes Land, die eigentliche Heimat des Gorilla, vom Rembo Neunie. Der grösste’ der Seeen ist der Jonanga, in welchem einzelne Einbuchtungen noch als besondere Eliva (See) bezeichnet werden. Ausser ihm befindet sich am linken und auch am rechten Ufer des Ogowe noch eine Menge mehr oder minder grosse Seeen, die alle mit dem Hauptstrom in Verbindung stehen. Die zahlreichen Granit- und Gneissblöcke, schreibt Oskar Lene, die sich zu beiden Seiten der völlig ebenen Ogowe-Ufer finden und die tief aus den Gebirgen des Innern stammen, können nur durch den Oguwe selbst herabgeschwemmt worden sein. Da jetzt nur Sand abgesetzt wird und da die Blöcke oft ziemlich weit weg vom Ufer liegen, so muss der Ogowefluss früher eine ungleich grossartigere Ausdehnung und Wassermasse gehabt haben. Im Laufe der Zeit hat sich das Wasser in sein jetziges Bett zurückgezogen ; seichtere Stellen entwickelten sich zu Dämmen, die jene jetzt als Seeen auftretenden Wasserflächen vom Hauptstrome absperrten, und die starke Strömung des Wassers vermochte nur durch einen schmalen Kanal die Verbindung des Ogowe mit diesen Seeen aufrecht zu erhalten. All die einzelnen Seeen, der Schai- und Oganga-See im Akellegebiet, der Sile-See bei Elimbareni, der Asingo-See bei Adschumbaland, das grosse inselreiche Seeengebiet des Bliva Jonanga, der Eliva Sawanga, Eliva Anenge ete., alle haben sowohl einen Zufluss als auch einen Abfluss, und ist der Landstreifen, der diese Seeen vom Haupt-Huss trennt, oft sehr unbedeutend. So beträgt die Entfernung des Sile-See beim Dorf Elimbareni vom Ogowe kaum mehr als 200 Schritt und ist dieser Damm nur 15 bis 20 Meter hoch, je nach dem Wasserstande des Flusses, der sehr bedeutenden Schwankungen unterworfen ist. Die Zeit, in der dieses Zurückweichen der Gewässer und die Ablagerung gewisser lehmiger Sedimente stattfand, dürfte mit der geologischen Periode zusammenfallen, die wir Diluvialzeit nennen. Es scheint mir aber auch sehr wahrscheinlich, dass vor dieser Periode das ganze Ländergebiet zwischen dem Ästuarium von Gabun und dem Delta von Kamma (Ncomi) von Wasser bedeckt gewesen ist; beim Fallen und Zurückweicheu der Gewässer haben sich dieselben in den jetzigen Flussthälern des Como, Rembo, Ogowe und Kamarembo angesammelt, während sich auf dem mehr oder weniger sumpfigen Lande jene ungeheuren Urwälder bildeten, die heute noch das Eindringen‘ in das Innere des Landes von Westen her so ungemein erschweren und in denen jene Fiebermiasmen entstehen, die die Küste von Niederguinea mit Recht in Verruf gebracht haben.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1018Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6