Du Chaillu, Paul, der Sohn eines am Gabon ansässigen französischen Kaufmanns, einer von den Bahnbrechern in der Durchforschung des so viele Jahrhunderte als „dunkler Erdteil“ bezeichneten Afrika, dem die Wissenschaft zahlreiche Ortsbestimmungen und Höhenmessungen derLänder des südlichen Westafrika, sowie wertvolle Aufschlüsse über ihre Natur, ihr Klima und ihre Bewohner verdankt, — der erste Forschungsveisende, welcher das Ogowe-Netz für die geographische Welt feststellte. Nachdem er eine Reihe von Jahren in jenem Gegenden gewohnt, sich mit den Sitten und Gebräuchen der Eingeborenen vertraut gemacht und seinen Körper durch dauernde Reisen (1851—55 landeinwärts in der Nähe des Gabon an den Munda und Muni, 1554 nach Nord-Amerika) gestählt hatte, machte er sich 1855, im Auftrag der Academy of Natural Sciences in Philadelphia, an die genauere Erforschung der Gabon- und Kongo-Gebiete, drang an beiden Flüssen tiefer ins Innere bis zu den Fan-Oscheba (mach Bunkabai) und bis zum Ngunie-Fluss. Er stellte fest, dass die vier Flüsse Utongo, Muni, Como und Rembo nur Küstenflüsse sind, dass dagegen der Ogowe, der sich vor seinem Ausfluss am Kap Lopez in zahlreiche Arme teilt und das grosse, im S. vom Gabon liegende sumpfige Delta mit stagnierenden Wassern undsumpfigen Flächen bildet, der einzige grosse Fluss dieses ganzen Gebietes ist, der, aus dem Innern kommend, als mächtiger Strom das Küstengebirge da durchbricht, wo die Quellflüsse des Gabon ihren Ursprung haben. D.brachtevondieserReise1859 den erstenlebendenGorillanachEuropa. Seine Angabe über die Lebensweise dieses Affen wurden, wie sein Reisebericht („Explorations and adventures in Equatorial Africa® 1861, deutsch 1562) überhaupt, von englischen Kritikern sehr angefochten; auch Heinich Barth zieh ihn vielfacher Übertreibungen, überhaupt schrieb man ihm „eine vom Jägerblut stammende, zu weit gehende Phantasie“ zu; doch haben spätere Reisende, z. B. Allman, Burton und Falkenstein, viele seiner Behauptungen über ethnologische und zoologische Dinge als begründet erkannt. Seine zweite grosse Reise unternahm D. 1863. Er ging von der Mündung des Fernan-Vaz (des südlichsten Arms des Ogowe-Deltas) ostwärts ins Aschira-Land, hierauf, von dem Apingi-Stamme am weitern Vordringen verhindert, durch das Gebiet der Aschango, den Nguni& überschreitend, in jenes der Nschavi, und erreichte 1565 unter dem 12° sten Punkt Muau Kombo, über 300 km- weiter im Innern gelegen, als bis dahin europäische Forscher gedrungen waren, Hier fand seine Reise einen plötzlichen Abschluss; durch die Unvorsichtigkeit eines seiner Diener sah er sich zur Flucht vor den Eingeborenen genötigt, auf der er Munition und Sammlungen einbüsste. Die Ergebnisse dieser zweiten Reise legte er in den folgenden Werken nieder: „L’Afrique sauvage; nouvellesexcursionsaupaysdes Ashangos* (1868; englisch unter dem Titel: „A journey to Ashango land and Equatorial Africa“); „My Apingi kingdom, with life in the great Sahara“ (1870).