San Miguel, die grösste Insel des Archipels der Azoren (s.d.); sie misst von ihrer östlichsten Spitze (Marqueza) bis zur westlichsten (Ferraria) 64 km; ihre Breite bewegt sich ZWischen 7 und 15 km. Sie steigt besonders im Osten sehr steil aus dem Meere herauf. Der höchste Gipfel der vulkanischen Insel ist der Pico da Varra, im östlichen Teile gelegen (ca. 1089 m hoch); viele der konisch geformten Berge sind erloschene Krater: Lavaschlacken sind reich über die Insel verstreut. Auf verschiedenen Stellen, besonders im Furnasthale, sprudeln heisse Quellen. Der Boden ist der denkbar ergiebigste. Es werden Getreide, Mais, Gemüse und Südfrüchte gebaut; ihre herrlichen Orangenwälder sind berühmt (die jährliche Ausfuhr von Orangen beziffert sich auf 2 Millionen Stück); die Weinkultur ist beschränkt, man baut nur was die Insel selbst verbraucht; Holz und Wasser sind im Überfluss da; der Viehstand ist sehr zahlreich. — Die Bevölkerung, welche # 1863: 106000 Seelen betrug, war 1871 auf 114000 gestiegen. Se wohnt in 4 Städten und ca. 20 Dörfern. Die Hauptstadt ist Ponta Delgada (s. d.) auf der Südwestküste; die drei anderen Städte sind: Agra do Pao und Villa Franca auf. de Süd-, Ribeira Grande auf der Nordktiste, —— Ihre Entdeckung erfolgte am 6. Mai 1444 durch den Portugiesen Gongalvo Velho Cabrali. (S.M. wird zu Europa gerechnet, dem es näher liegt als Afrika.)