Tuariks (Tuaregs), ein in den südlichsten Oasen der Sahel ansässiges kräftiges Volk, zu den Berbern gehörig. Die Tuariks sind der schönste Menschenschlag von Afrika. Einst waren sie Christen, sind aber zum Islam bekehrt worden, ohne von den Glaubenssätzen desselben viel kennen zu lernen. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Zucht von Schafen und Moharis (die schnellfüssigste Kamelrasse, welche 45 Meilen in einem Tage zurücklegt.) Obwohl der Mehrzahl nach Nomaden, leben doch viele auch in Dörfern und Städten. Für den Saharahandel sind sie von der höchsten Wichtigkeit, da ohne ihr Schutzgeleite, für welches ihnen eine Abgabe entrichtet wird, ein Karawanenverkehr in der Wüste gar nicht möglich wäre. Bei den Arabern sind die Tuariks verhasst und gelten als rachsüchtig. In der Wüste, lautet ein arabisches Sprichwort, giebt es nur zwei Feinde: den Skorpion und den Tuarik. — Die Tuariks zerfallen in 4 Gruppen: die südlich von Tuat ansässigen Hoggar, etwas nördlicher um Ghat und Ghadames die Asger, in der Oase Air die Kelui und die Auelimmiden östlich von Timbuktu. Sie besitzen die fruchtbarsten Oasen, welche wichtige Stationen für den Karawanenhandel bilden. Die’ Oasen sind umfangreicher als jene der Araber und meist. mit schroffen, pittoresken Gebirgszügen und Kuppen besetzt. Das ganze Gebiet der Tuariks ist nach Duveyrier eiue Zentralerhebung der westlichen Sahara.