Schaid oder Schaidel, in Wien Schaiden, in Baiern Scharn oder Schaden, heißt mundartlich wahrscheinlich nach seiner dunkeln Farbe (also Schatten!) der Wels, Weller oder Waller, ein großmäuliger, plumper Riese bis zu 3 m Länge und 250 kg Schwere, der die größern Gewässer Mittel- und Osteuropa's bewohnt und namentlich auch in der Theiß, der Donau und dem Neu-⸗ siedlersee sein Wesen treibt, im Bodensee dagegen ziemlich selten ist und in Großbritannien, in Südeuropa, in Frankreich und den Gewässern westlich der Elbe gänzlich fehlt — doch wahrscheinlich nur in Folge erlittener Verfolgung, da Ausonius ihn noch im 4. Jahrhundert unter den Bewohnern der Mosel aufführt. Der Schaiden ist ein ausgeprägter Fettfisch, eben deshalb aber nur im Jünglingsalter brauchbar, denn später wird das Fleisch hart und thranig. Im 17. Jahrhundert wurde der Fisch in daumendicke Schnitten getheilt, dann gesalzen, gesotten und mit Limonensaft gewürzt; jetzt panirt man in der Regel die Schnitten, bäckt sie dann in Butter ab und servirt sie dann mit irgend einem Salat, oder man brät sie, kocht sie mit Rahm auf, thut Kapern dazu und bringt sie mit Bratkartoffeln oder dergleichen zu Tisch. In Wien, das im Durchschnitt jährlich 6000 7000 kg consumirt, wird der Wels sehr geschätzt und mit 1¾ bis Mark per Kilo bezahlt, während er in Baiern nur 1½¼½—1½/½, in Sachsen nur ¾/—1 Mark und im östlichen Norddeutschland gar nur ½ bis höchstens ¾ Mark per Kilo werthet.