FeedAsseburgia Rosemunda Juliana
ReligionFrauenzimmer-Lexicon 1715

Asseburgia Rosemunda Juliana, Ein Adel. Fräulein, A. 1672. gebohren, so ihrem Vorgeben nach, mit allerhand unmittelbaren Erleuchtungen, göttlichen Gesichtern, und himmlischen Offenbahrungen begabet gewesen. Es sind ihre so genannten Bezeugungen durch D. Petersen, unter dem Titul: Send-Schreiben an einige Theologos und Gottsgelehrte, betreffend die Frage: Ob GOtt nach der Auffarth Christi nicht mehr heutiges Tages durch göttliche Erscheinungen den Menschen-Kindern sich offenbahren wolle, und sich dessen gantz begeben habe? A. 1691. heraus gegeben worden, worinnen zugleich ihr Lebens-Lauf enthalten. Sie soll drey Haupt-Visiones gehabt haben, als die erste A. 1670. im siebenden Jahre ihres Alters, da sie Christum in Gestalt einer Jungfer erblicket; die andere A. 1684 im 12ten Jahr ihres Alters, da sie Christum, bald als einen gecreutzigten, bald als einen zur Herrlichkeit des Vaters erhöheten JEsum gesehen, in welchem Gesichte ihr auch das Erlösungs-Blut JEsu gezeiget worden; und die dritte An. 1687. im 15. Jahr ihres Alters, da GOtt der Vater sich ihr auch offenbahret gehabt, doch mit verdeckten Gesichte. Ihre Lehren sind dem Chiliasmo, indifferentisimo und Naturalismo zugethan gewesen. Ihr gantzes quackerisches Wesen, hat Johann Winckler in Hamburg, in seiner Schrift wieder die Asseburgischen Bezeugungen wiederleget, D. Feustking aber hat ihr völliges Portrait in seinem Gynæceo Hæretico-Fanatico p. 141. seqq weitläufftig aufgewiesen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 115–116Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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