Auerhahn oder Auerhenne gebraten. Wenn der Auerhahn gerupffet worden, werffet selbigen sauber aus und klopffet ihn, damit er mürbe werde. NB. Ein Auerhahn hat solch zähe Wildpreth, daß auch ein Braten von einem alten Hirsch eher zu zwingen; Dahero muß man, solchen Hahn recht mürbe zu braten, fleißig Achtung geben. Ist er nun wohl geklopfft worden, waschet ihn aus, setzet auch eine Casserole mit Wasser auffs Feuer, und wenn es im sieden, haltet den Auerhahn hinein, lasset ihn ein wenig anlauffen, und leget ihn wiederum in kaltes Wasser. Hernach müsset ihr solchen sauber spicken, einsaltzen, an einen Spieß stecken, und aus Feuer, aber nicht gar zu gehling, legen. NB. Sehet wohl zu, daß er nicht von aussen her brate, inwendig aber roh bleibe; je gemählicher er am Feuer tractiret wird, je besser er ausbratet. So bald er anfängt zu braten, begiesset ihn mit zerlassener Butter; machet ferner Pappier übern Auerhahn, begiesset dasselbe auch mit Butter, und da es braun wird, stürtzet noch einen Bogen drüber. NB. Er muß in die 3. Stunden braten, und wird er bey harten Holtz oder Kohlen am mürbesten, weil die Hitze noch eines so starck als bey dem weichen Holtz. Wann er nun fertig und bald soll angerichtet werden, so ziehet ihn von Spieß, leget ihn auf eine Schüssel, die vorher mit Blumen und Blättern auf das schönste auszuzieren ist, giesset die abgetroffene Brüh unten unter den Hahn, und oben drauff ein wenig braune Butter, streuet ein wenig klar geriebene Semmel drüber, beleget es sauber mit ausgerissenen Citronen, und last diesen gebratenen Hahn zur Taffel tragen.