Bourignon Antonia aus Flandern, starb als eine Exulantin in den Niederlanden A. 1680. im 64. Jahr ihres Alters. Sie war ein sehr gelehrtes und verständiges, darbey aber ertzketzerisches Weib. Und hat ihr Leben selbst beschrieben, welches mit einem Anhange eines Anonymi in 2. Voluminibus zu Amsterdam 1683. in 8. mit ihren andren Wercke aber zusammen A. 1686. zu Amsterdam durch Wetstenium Frantzöisch in XIX. Tomis heraus gekommen. Sie hat mit ihren Schrifften in denen Niederländischen und Hollsteiner Kirchen einen grossen Allarm gemacht, weil sie darinnen unter dem Schein der Frömmigkeit und Heiligkeit viel schädliche Lehren verstecket, daher auch selbige öffentlich verbrannt wurden. Weßwegen sie auch sich nirgends sicher auffhalten durffte. A. 1674. gieng sie nach Flensburg in dem Hollsteinischen, muste sich aber, weil sie des Nachts in ihren Lectionibus die Bürger auf gefährliche Meynungen und Lehren gebracht, gar bald wieder retiriren, und ihre schöne Bibliothec, so aus Frantzöischen, Teutschen und Niederländischen Büchern bestand, im Stiche lassen. Vid. Act. Erudit. Lips. A 1686. Jon. Menagius in Lezzione sopra l’Sonnetto VII. di Francesco Petrarca. Sie war gebohren zu Ryssel in Flandern, A. 1616. den 13. Januar. in ziemlicher monstroser Form. Von ihr ist weitläufftig nachzulesen in D. Feustkings Gynæc. Hæret. Fanat. p. 188. seq.