FeedCaneel, Zimmet, oder Zimmet-Rinde
AllerleiFrauenzimmer-Lexicon 1715

Caneel, Zimmet, oder Zimmet-Rinde, Cinnamomum, Canelle, ist eins von den allerbesten Gewürtzen, so zu uns aus Ost-Indien gebracht wird. Zu Zeiten Galeni soll solcher gar nicht seyn zu bekommen gewesen: nur die Käyser, hätten sie mit grossen Unkosten aus Arabia angeschafft, und als etwas kostbares unter ihren Schätzen verwahret, vid. Galen. lib. I. de Antidot. So will auch Lonicerus in seinem Herbario p. 299. behaupten, daß zu seinen Zeiten noch niemand keinen rechten Zimmet gesehen, sondern was man vor Zimmet ausgäbe, wäre nur eine Species Cassiæ odoratæ, denn der Zimmet sey ein gantzes höltzernes Gertlein, und nicht hol, wie die Rinden der Caßien oder unsers gemeinen Zimmets. Allein die Meynung fällt nunmehro von sich selbst weg; denn, nachdem die Holländer Indien wohl durchkrochen, bringen selbige aus unterschiedenen Inseln gewisse Sorten, darunter der Caneel aus Ceylon den Preiß behält. Man kan hiervon nachlesen Rumpfii Amboinische Raritäten-Cammer, wo zwar das Capitel, was den Zimmet anlanget, von der Ost-Indischen Compagnie wider des Autoris intention ziemlich verstümmelt worden, da doch gewiß ist, daß bey 9. Species Zimmet von diesem curieusen Naturkündiger beniemet worden. Conf. Bartholomæus Pielar. in Insulæ Ceyloniæ Thesauro Medico. à Amsterd. 1679. in 12. edirt. p. 55. Sonst ist der Caneel dem Geruch und Geschmack nach nicht nur lieblich und durchdringend, sondern er stärcket auch die fürnehmsten Theile des Leibes, und vertreibet die Winde und Blehungen, zu dem Ende wird er fast in denen meisten Speisen, dieselben angenehm und gesund zu machen, gebraucht.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 294–295Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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