Capern. Cappares, Capres, sind unzeitige Blumen-Knöpffe, welche sonderlich die Italiäner wohl einzumachen wissen, u. werden die klein- und härtesten Capern vor die besten geachtet. Ihre Krafft bestehet in zertheilen, zähe Feuchtigkeiten auszuführen, den Harn und die Menses zu befördern. In Ermanglung der Capern soll nach Tabernæmontani Bericht in seinem Herbario p. 1511. die zarte Blüh-Knospe derer Florum Genistæ gleiche Dienste thun. In der Küche sind sie ein nöthiges Stück, gestalt viel Essen dadurch einen guten Geschmack bekommen; man nimmt sie auch zu denen Salaten, oder setzet sie allein beym Gebratens auf.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 321–322Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0