Agrippina Julia, des tapffern Germanici Tochter, die Jüngere, des Käysers Claudii Gemahlin, ein kluges und verständiges Weib, war sehr beredt, brachte es auch durch ihre Beredsamkeit so weit, daß ihr Gemahl das Römische Reich ihrem Sohne dem Tyrannischen Neroni abtratt, der sie aber hernachmahls zur Danckbarkeit tödten ließ. Sie hat sich durch unterschiedene Schrifften der gelehrten Welt bekannt gemacht; aus ihren Lucubrationibus hat Plinius einige Excerpta seiner Historiæ naturali Lib VII. c. 8. einverleibet. Ihr Commentarius von ihrem und ihrer Kinder Leben wird von dem Vossio in Libro de Historic. Latin. Lib. I. c. 25. und andern sehr gerühmet. Vid. D. Val. Ernest. Lœscher. in Disputat. Bibliotheca Purpurata dicta §. 4. Ihr erster Gemahl war Cneus Domitius Ænorbabus ein lasterhaffter Herr. Als ihr Sohn Nero sie hatte lassen umbringen, begab er sich zu ihren entseelten Cörper, ließ selbigen auffschneiden, und wolte den Ort besehen, wo er gelegen hätte.