Corinthen, Passulæ minores, Raisins de Corinthe, sind nichts anders als kleine Weinbeeren, welche in denen Inseln Cephalonia und Zante, unter der Venetianer Gebieth gelegen, wachsen, daselbst sie am Stock so lange stehen bleiben, biß sie dürre werden und abfallen. Man nennet sie insgemein kleine Rosinen, welche ein gutes Mittel wider den alten Husten sind, weil sie den Leib anfeuchten und kühlen; sie stärcken auch Lung und Leber, machen gut Geblüt, und geben dem Leibe Krafft: um dieser Ursache willen brauchen solche die Köche zu vielerley Speisen, wie solches bey denen Zubereitungen dererselben hin und wieder wird zu sehen seyn.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 373Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0