FeedGeschmeide
Sitten & ModeFrauenzimmer-Lexicon 1715

Geschmeide, Heisset dem Frauenzimmer alle gold und silberne Zierrathen, Juwelen und Kostbarkeiten, mit welchen sie sich auszuputzen pflegen; als da sind: Ohrgehencke, Flimmernadeln, Ketten, Schnuren, Perlen, Halsbänder, Agraffen, Esclavagen, Angehencke, Bäumelgen, Vorsteckerosen, Creutzen, Ancker, Ringe, Spangen, Brasselotten, Armbänder u. d. g. So angenehm dem Frauenzimmer sonst ihr Schmuck und Geschmeide heist, so sehr ist daher die Großmuth jener Dänischen Frauenzimmer zu bewundern, die vor ihres gefangenen Königs, Stenonis in Dännemarck, Ranzion, alle ihr Geschmeide und Schmuck hingaben. Weßwegen auch ihr dadurch befreyeter König zur Danckbarkeit gegen das sämtliche weibliche Geschlechte, ein Dänisches Gesetze machte, vermöge dessen, die weiblichen Personen, bey denen Erbtheilungen, gleiche Theile mit dem Mannsvolck geniessen sollen.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 664Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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