Hering, Halec, Harang e Salé heist derjenige bekannte Fisch, welcher fast von allen Nationen in Europa beliebet und mit den grösten Appetit verzehret wird. Siehe. Natur-Lexicon. Man muß bey dem Heringsfang billig den reichen Segen des Schöpffers bewundern, allermassen die Holländer jährlich biß 79200. Lasten verkauffen, und nach etlicher Berechnung daraus in die 3. Millionen Pfund lösen sollen, darzu doch nicht gezehlet werden die Lasten, so sie nach Spanien, Italien, Frankckreich und in die Nordischen Gegenden versenden, auch nicht, was sie selber in Holland verzehren; unerachtet man die Landheringe gegen Octobris zu 36. Stück offt vor 1. Stüber bezahlen siehet. Wie aber und zu welcher Zeit die Holländer den Heringsfang anstellen, ist hin und wieder ausführlich zu befinden, und überhebet mich dißfalls Neucranz Lübeckischer Stadt-Physicus der Mühe mit seinem schönen Tractat de Harengo. Nur kan hierbey nicht ungemeldet bleiben die invention, Heringe einzusaltzen, die im 14. Seculo ans Tage-Licht kommen, und schreibet man sie einem, Nahmens Wilhelm Böckeln, zu. Käyser Carl der fünffte hat diese Erfindung dermassen hoch gehalten, daß er Böckeln zum Andencken auf seinem Grabmahl zu Enckhuysen, oder wie einige meynen, zu Biervliet, einen frischen Hering gegessen. Ob nun zwar fast das gantze Jahr hindurch die Heringe zu gebrauchen, so werden doch nach Johannis die neuen Heringe als eine delicate Speise sonderlich gerühmet. Uberhaupt geben sie bey Bürgern unn Bauren eine nützliche Haußspeise ab, und taugen sie zu braten, zu sieden, kalt aus Eßig zu geniessen etc. Welches aus nachgesetzten Bericht unsers Kochs am besten wird zu sehen seyn. 1) Heringe auf gemeine Art mit Zwiebeln und Baumöl; 2) Heringe mit Aepffeln; 3) Heringe zu wässern; 4) Heringe mit einer Zwiebelsosse; 5) Heringe mit einer Buttersosse; 6) Heringe mit Majoran; 7) Heringe mit einer Erbs-Brühe; 8) Heringe mit Rahm und Kümmel; 9) Heringe mit Kümmel; 10) Heringe gebraten; 11) Heringe gebraten in Papier; 12) Heringe marinirt; 13) Heringe mit Meerrettig.