FeedBöckel-Fleisch
TierreichFrauenzimmer-Lexicon 1715

Böckel-Fleisch, Caro Conditanea, Chair salèe, wird nicht nur in denen See-Städten in grosser Menge eingesaltzen, und das meiste auf Schiffen verthan; sondern man bedienet sich auch dessen an Höfen und in privat Häusern zur Abwechselung: wiewohl die Frantzosen davon eben so grosse Liebhaber nicht sind. Man siehet zwar aus allen Scribenten, daß man verschiedene Fleisch-Sor ten, vermöge Salpeters lange auff behalten könne, jedoch dürffte, weil das Nitrum zu kostbar gewesen, aus der Benennung zuschliessen seyn, daß die Art und Weise solches Fleisch einzusaltzen, Wilhelm Boeckel, dessen unter dem Wort Hering gedacht wird, vielleicht möge erfunden haben. Hierzu braucht man vornehmlich das Ochsen- oder Rind-Fleisch, wiewohl man auch roth Wildbret, Küh- und Schweinefleisch einzuböckeln pfleget. Hier wird gelehret 1) Böckelfleisch zu machen und einzusaltzen; 2) dito anders; 3) Böckelfleisch zu räuchern; 4) Böckelfleisch nur Stückweiß zu machen, das balde kan gebraucht werden.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 231–232Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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