FeedIphigenia
Sport & SpielFrauenzimmer-Lexicon 1715

Iphigenia, Eine Tochter des Agamemnons und der Clytemnestræ. Als ihr Vater der Agamemnon von ungefehr der Diana ihren Hirsch erschossen, nahm es diese erzürnte Göttin so übel auff, daß sie der Griechen ihre Schifffahrten durch contrairen Wind allezeit zu nichte machte. Nachdem man sich nun dessentwegen bey denen Wahrsagern um Rath fragte, wie die erzürnte Göttin wieder könte ausgesühnet werden, ist zur Antwort ertheilet worden, nicht anders als durch Auffopfferung dieser seiner Tochter. Weswegen Ulysses abgeschickt wurde, der auch durch List diese Iphigeniam ihrer Mutter abschwatzte, unter den Vorwand, als wolte er selbige dem Achilles helffen heyrathen. Indem man aber bereit und fertig stand, diese Iphigeniam auffzuopffern, hat sich die Diana über sie erbarmet, und statt ihrer eine Hindin unter ihrer Gestalt bey dem Opffer abschlachten lassen, sie selbst aber mit sich genommen, allwo sie zur Priesterin der Diana geweyhet worden. Wiewohl auch einige meynen, daß sie in der That sey geschlachtet worden.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 938–939Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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